MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Jörg Gallitschke
„Möchtest Du Dein eigener Patient sein?“
Am Kühlen Morgen 3
06773 Gräfenhainichen
Er verfolgte und ereichte klare Ziele, der 1943 geborene Jörg Gallitschke. Schon als Jung sprach er davon, entweder Arzt oder Förster zu werden. Arzt wurde er, eine Försterin heiratete er!
Nach dem Abschluss der 10. Klasse erhielt er, auf Grund seiner guten Leistungen, die Möglichkeit zur Facharbeiterausbildung mit Abitur (Chemiefacharbeiter), die er innerhalb von drei Jahren 1962 erfolgreich abschloss. Das anschließende Jahr arbeitete er im Krankenhaus als DRK-Pfleger. 1963–1969 studierte er Medizin an der Universität Leipzig, promovierte bereits im Jahr darauf. Die ersten fünf Arbeitsjahre leistete er im Kreiskrankenhaus Havelberg, absolvierte bereits in dieser Zeit seine Facharztausbildung, die 1974 mit der Prüfung zum Facharzt für Chirurgie an der Medizinischen Akademie Magdeburg ihren Abschluss fand. Folgende Stationen waren das Krankenhaus Döbeln, die Heilstätten Beelitz, in denen er mit den Schwerpunktaufgaben Thoraxchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin beschäftigt war, bevor er im Kreiskrankenhaus Staaken die Station Intensivmedizin in Leitung übernahm. 1980–1986 war er im Kreiskrankenhaus Ebersbach Ärztlicher Direktor und Chef der Chirurgie – als jüngster Facharzt der DDR in einer solchen Funktion. Fachliche Kompetenz und zielstrebige Entwicklung waren aber zu damaliger Zeit nicht ausreichend. Gehobene Planstellen sollten mit systemtreuen Menschen besetzt werden und so wurde der Umgang mit dem kritischen Dr. Jörg Gallitschke in eine Richtung gestaltet, dass er 1986 um seine Abberufung bat. Er machte das Beste aus der Situation, befand ein Arbeiten ohne unbegrenzte Arbeitszeiten und vielfache Dienste als einen Zugewinn für das persönliche Leben und nahm eine Stelle in der Chirurgischen Ambulanz der Poliklinik in Gräfenhainichen an. Die Umstellung von stationärer Arbeit zu ambulanter Tätigkeit war groß, dafür aber gute Voraussetzungen, um sich nach der politischen Wende in der DDR selbstständig zu machen, was Dr. Jörg Gallitschke im April 1990 mit eigener Niederlassung tat. Vier Mitarbeiter und seine Frau Heidemarie arbeiteten mit ihm gemeinsam bis er mit 65 Jahren in die Rente ging. Heidemarie Gallitschke hatte in früheren Jahren ihrem Försterberuf noch Qualifikationen zur Masseurin und Bademeisterin hinzugefügt und schon lange Jahre bereits im medizinischen Dienst gearbeitet (25 Jahre mit ihrem Mann zusammen), als sie in Dr. Jörg Gallitschkes Praxis mit einstieg. Tochter Cornelia führt heute als Krankenschwester die medizinische Familientradition weiter. „Möchtest Du Dein eigener Patient sein?“ war das Credo des Dr. Gallitschke. Dass ihn heute seine Patienten noch freudig begrüßen, ist der Beweis die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben, das Beste geleistet zu haben. Das tut er heute wieder, nun auf gesellschaftlichem Gebiet – als Stadtrat für die CDU-Fraktion im Kultusausschuss, Bauausschuss und Trinkwasserzweckverband. Er hält sich dafür gesundheitlich fit durch gesundes Leben, Radfahren und Tischtennis. Früher hat er am Rennsteiglauf teilgenommen, ist Marathon gelaufen. Als Arzt hat er eben gewusst: Gesundheit kommt nicht von ungefähr!