MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr.-Ing. Werner Fuchs
Den Überblick zu behalten, ist seine Stärke
Dr.-Ing. für Optische Messtechnik
Mitte der 1990er Jahre beim Erläutern von F&E-Ergebnissen
07751 Jena OT Cospeda
„Ich bin Mecklenburger“, sagt Werner Fuchs. Der Diplomingenieur für Optische Messtechnik aus Jena, Ortsteil Cospeda, spielt damit auf seine Heimat an. Geboren 1954 in der Hansestadt Wismar, machte er dort auch Abitur. Nach seiner Armeezeit von 1973–1976 studierte Werner Fuchs ab November 1976 viereinhalb Jahre Elektrotechnik an der Universität Rostock in der Vertiefung Automatisierungstechnik, spezielle Messtechnik. Die Messtechnik hat ihn sein ganzes Leben lang verfolgt, wie er hervorhebt. Werner Fuchs blieb weitere vier Jahre an der Uni als Forschungsstudent und promovierte 1984. Im Auftrag vom Schiffbau ging er anschließend für zwei Jahre nach Potsdam in die Schiffbauversuchsanstalt. Werner Fuchs kehrte zurück an die Uni Rostock als Assistent, erlebte dort die Wende und habilitierte sich 1992. An der Sektion Schiffstechnik hatte er sich als Oberassistent beworben, wurde aber nicht angenommen. Nach drei Monaten Arbeitslosigkeit delegierte ihn die Uni Greifswald zu Carl Zeiss Jena im Rahmen eines Förderprojekts. Danach war der „Dr.-Ing.“ bei Zeiss freier Mitarbeiter mit einem Beratervertrag. Parallel hielt er auf Honorarbasis Vorlesungen über Optische Messtechnik an der Uni Rostock. Nach Gründung des Zeiss-Forschungszentrums stellte Carl Zeiss Jena ihn Ende 1995 ein. Werner Fuchs war zunächst als Leiter Optische Sensorik tätig, 1999 übernahm der die Leitung des Forschungszentrums. Da er sich aber zunehmend in eine Managerrolle (wo er nie hin wollte) gedrängt fühlte, beendete er das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen und war anschließend zwei Jahre arbeitslos. Er nutzte diese Zeit, um sein fachliches Wissen aufzufrischen. Seit Januar 2006 ist Werner Fuchs bei der Firma Mahr, einem Hersteller von Fertigungsmesstechnik mit Sitz in Göttingen, am Standort Jena angestellt. Er war als Projektleiter wesentlich beteiligt an der Profilierung des Standortes hin zu optischen Technologien. Gesundheitsbedingt hat er vor einigen Jahren die operative Projektarbeit aufgegeben und verantwortet seither die technischen (Erfindungen, Patente...) und nichttechnischen (Marken...) Schutzrechte von Mahr. Hierfür qualifizierte er sich zum Patentingenieur. Bis Ende April 2020 will der Experte für Optische Messtechnik noch im Berufsleben bleiben. Werner Fuchs ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Glück bedeutet für ihn, wenn er etwas leistet, das Sinn macht. Beruflich Spuren zu hinterlassen, das erfüllt einen wie den bekennenden Österreich-Fan mit Stolz. Eine Autoreise zum Nordkap wäre noch ein Traum, den er sich erfüllen möchte. Dafür wünscht sich Werner Fuchs, der 2010 eine Herzoperation mit begleitendem Schlaganfall überstand, möglichst viel Gesundheit. Er lebt gern in Mitteldeutschland. Zu seinen persönlichen Stärken zählt er, den Überblick zu behalten. Und er kann auch gut organisieren. Befragt nach Vorbildern, nennt er seinen Doktorvater Heinz-Eberhard Albrecht von der Uni Rostock und den Zeissianer Karl-Heinz Bechstein. Werner Fuchs interessiert sich nicht nur für das Reisen in die Alpen. Er ist fasziniert vom Eisenbahnwesen, vor allem von den Schmalspurbahnen wie dem Molli, der Bad Doberan mit dem Ostseebad Kühlungsborn verbindet. In freien Stunden beschäftigt ihn die Historie von Mecklenburg und von Preußen, speziell Ostpreußen, und die Beatles begeistern Werner Fuchs noch immer.