MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Herbert und Rita Fuchs
„Bis selber du ein Stücklein Sonne bist“
Fachverkäuferin, Materialbuchhalterin
Werkzeugdreher
Mühlstr. 37
08491 Netzschkau
Fon: 03765 / 300857
Seit 1949 sind es zwei Stücklein Sonne, die zusammen wandern im Leben und in der Natur und besonders gern im heimischen Vogtland. 2014 wurde schon die Eiserne Hochzeit gefeiert. Die Worte eines unbekannten Dichters vom Sonnenschein, der „trübe Tage goldig malt“ haben aus Poesiealbumszeiten das Leben von Rita und ihrem Mann Herbert Fuchs begleitet.
Als Rita Hopf wurde sie 1928 in Netzschkau geboren. Ihr Geburtshaus ist noch heute Zuhause, die berühmte Göltzschtalbrücke liegt im Blickfeld. Siebzehn Jahre, sie lebte mit der Familie für einige Zeit in Klingenthal, besuchte sie die dortige Schule und anschließend zwei Jahre die Handelsschule. Nach dem Krieg, der den Vater nahm, ging es mit der geliebten Mutter Hildegard nach Netzschkau zurück. Im Modehaus Beier wurde sie zur Fachverkäuferin ausgebildet, arbeitete dann bis 1958 in der Absatzabteilung der Maschinenfabrik VEB Nema Netzschkau und bis 1985 als Materialbuchhalterin bei der Fa. Nötzold in Reichenbach. Um die Mutter pflegen zu können, trat sie nun beruflich kürzer, war bis zum Renteneintritt 1988 noch stundenweise in der Küche der Betriebsberufsschule des VEB Nema tätig.
1927 kam Herbert Fuchs im Nachbarort Brockau zur Welt. Nachdem er 1942 die Schule beendet hatte, wurde er im späteren VEB Nema zum Dreher ausgebildet. 1944 kam der Arbeitsdienst, 1945 griff ihn noch die Wehrmacht, dann folgten Monate in englischer Gefangenschaft in Niedersachsen. Entlassen daraus, verdingte er sich als Bauerngehilfe in der Nähe von Hameln, kehrte nach einem Jahr in die vogtländische Heimat zurück, arbeitete in der Bauernwirtschaft der Großmutter, wurde 1947 (die Gewehre von „Sowjet“-Soldaten konnten ein klare Sprache sprechen) in den Bergbau der SAG Wismut zwangsverpflichtet, arbeitete bis 1951 dort im einst erlernten Beruf. Dieser begleitete ihn auch, später spezialisiert auf Werkzeugdreher über die vielen Jahre seines Wirkens im VEB Aufzugsbau Mylau bis zur Rente 1990. Eine Meisterschule hat er nie besuchen dürfen weil er nicht SED-Mitglied war, erzählt er heute. Seine handwerkliche und organisatorische Begabung zeigte sich auch bei der Gründung und Vorstandsverantwortung der bis heute existierenden Antennengemeinschaft Göltzschtalbrücke Netzschkau 1982. Rita Fuchs engagierte sich zeitweise im Kirchenvorstand. In seiner Jugend war Herbert Fuchs aktiver Handballspieler, später wirkte er lange Jahre als Trainer der Betriebssportgemeinschaft Motor Nema, gilt als „Urgestein“ dieser Sportart am Ort. Zwei Söhne, drei Enkel, drei Urenkel bereichern das Leben der Familie.