MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gudrun und Wolfgang Funke
Komm i denn zum Städtele hinein
Drehorgelspieler
Obere Str. 11
06618 Naumburg OT Heiligenkreuz
…und so kommen sie denn gezogen mit ihren Drehorgeln, hochkomplizierten Handfertigungen einer Dinkelsbühler Werkstatt, spenden Gudrun und Wolfgang Funke mit ihren Melodien Freude auf Stadtfesten und Weihnachtsmärkten, in Seniorenheimen und Kindereinrichtungen und freuen sich auf die Treffen mit Gleichgeübten bei Drehorgelfesten in Linz am Rhein und anderswo.
Dabei gehört die Drehorgel erst seit 2009 zu ihren Schätzen, angefangen hatte da Wolfgang Funke mit einem Instrument zum Umhängen, ehe die fahrbare Musikmaschine angeschafft wurde und seine Frau dazu stieß, inzwischen beide auch zunftmäßig gekleidet.
Gudrun Funke, 1954 in Naumburg geboren, besuchte die zehnklassige Polytechnische Oberschule, ließ sich dann am Diakonissenkrankenhaus in Halle / Saale zur Krankenschwester ausbilden. Durch die Heirat und Geburt des Sohnes Ralf 1973 beendete sie die Ausbildung nicht, blieb erst drei Jahre zu Hause, begann dann 1976 als Pflegerin in einem Seniorenheim. Das Pflegeheim, heute „Luisenhaus“, kam später von kommunaler in katholische Trägerschaft. Bis zum vorzeitigen Ruhestand wegen Erwerbsunfähigkeit 2010 blieb Gudrun Funke engagierte Begleiterin der älteren Generation bei den Freuden und Plagen in betagter Zeit.
In der kleinen Stadt Schkölen (Saale-Holzland-Kreis) geboren, Jahrgang 1950, besuchte Wolfgang Funke die Schule bis zur 8. Klasse. Drei Jahre dauerte seine Lehre in einer privaten Zimmerei. Er arbeitete im Möbelwerk in Eisenberg und kam 1973 mit der Hochzeit nach Heiligenkreuz, wo er auf dem Hof der Schwiegereltern nebenberuflich mitarbeitete. Beim Kreisbaubetrieb war er hauptberuflich beschäftigt und wechselte später zum VEB Gebäudewirtschaft Naumburg, wo er Brigadier der Tischlerei wurde, ihm der Meistertitel zuerkannt werden konnte. Als nach 1990 die Gewerke ausgegliedert wurden, machte er sich selbständig, übernahm dazu zehn Leute aus seinem Bereich. Anfangs lief es gut mit den Aufträgen. Als plötzlich Zahlungsausfälle von säumigen Kunden zu beklagen waren, entschied er sich 2002 die Firma aufzugeben. Bis zu einem schweren Unfall 2009 wirkte er nun für eine Regalbaufirma auf Montage. Dann bekam er nach etlichen Schwierigkeiten mit der Berufsgenossenschaft die Erwerbsunfähigkeitsrente zugesprochen.
Funkes freuen sich über zwei Enkelkinder und sind nicht nur mit ihren Drehorgeln auf Reisen, sondern auch sonst gern in der weiten Welt, zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer und Atlantik.