MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gertrud Gabriel
Mit Konsequenz und Haltung im Leben bestehen
Damaschkestr. 91
06110 Halle
Fon: 0345 / 4721494
Gertraud Gabriel wird am 6. August 1936 in Mirow, in Mecklenburg geboren und erlernt nach dem Abschluss der achten Klasse ab 1950 den Beruf einer Tischlerin. „Ich hatte einfach keine Lust mehr auf die Schule“, bekennt sie heute freimütig. Später arbeitet sie als Lehrerin für die Unterstufe und als Pionierleiterin und qualifiziert sich im kombinierten Direkt- und Fernstudium zur Diplom-Pädagogin für die Fächer Sport und Geschichte. Neben einem ziemlich harten Alltag aus Arbeit und Studium findet Gertraud Gabriel noch Zeit und Kraft, aktiv Handball beim Klub „Einheit Halle“ zu spielen. Sie wirkt an der Vorbereitung und Durchführung der Spartakiaden in Erfurt und Oberhof mit und betreut während des Turn- und Sportfestes in Leipzig die Hausfrauengymnastik und die Osttribüne. Gertraud Gabriel ist zwei Mal verheiratet, ihr zweiter Mann Klaus, ebenfalls ein Lehrer, verstirbt nach 15-jähriger Krankheit im Jahr 2010, der älteste Sohn von ihm starb ein Jahr zuvor. Dadurch wurde die Bindung an die Schwiegertochter, Enkelinnen und Urenkel noch enger.
Nach dem Abschluss ihres Studiums unterrichtet die Pädagogin an der Heinrich-und-Thomas-Mann-Oberschule und wechselt mit dem Kollegium der sogenannten „Russenschule“ an die „Schule am Steintor“. Diese muss zunächst völlig saniert werden, was sich auch auf den Schulalltag auswirkt. Im Jahr 1970 wird sie stellvertretende Direktorin für Planung an der Steintorschule. Gertraud Gabriel fühlt sich an dieser Schule sehr wohl, sie denkt noch heute gern an das sehr gute Betriebsklima und die regelmäßigen Feiern zurück, zu denen sich über mehrere Jahre sechs Ehepaare treffen. Von 1977–1983 wird sie zur Direktorin an der Albrecht-Dürer-Schule berufen. Ab 1983 wird sie an die Dr.-Kurt-Fischer-Schule, eine Schule mit erweitertem Russisch-Unterricht, versetzt, an der auch Gastdozentinnen aus der Sowjetunion unterrichten, was für die Schule natürlich auch Mehraufwand bedeutet. Kurz vor der Wende ist Gertraud Gabriel noch Referentin für die Lehrerweiterbildung. Im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen lehnt sie es 1990 ab, sich Kommissionen zu stellen, welche die Lehrerschaft auf ihre weitere Verwendung im Schuldienst überprüfen sollen. Schließlich kommt sie, mit 55 Jahren, an der Lessing- und Dürer-Schule als Sportlehrerin unter, die Kinder und Jugendlichen sind zu dieser Zeit noch froh, wenn ihnen ein Stück Normalität erhalten bleibt. Trotzdem geht sie 1994 leichten Herzens in den Vorruhestand, die Schüler werden immer aufsässiger, sie muss sich sogar Beschimpfungen gefallen lassen. Als Rentnerin engagiert sich Gertraud Gabriel im Humanistischen Verband und verreist für einige Jahre im November mit Ehemann und Nachbarn aus dem Haus nach Mallorca. Sie ist Trägerin der Pestalozzi-Medaille und der Verdienst-Medaille der DDR, Aktivistin und Studienrätin. Die bekennende Sozialistin wählt bis heute links ohne Mitglied einer Partei zu sein, verbringt ihre freien Stunden gern mit gleichgesinnten Freundinnen sowie im Fitness-Studio, dem sie schon 18 Jahre angehört, und möchte bei guter Gesundheit älter werden.