MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Fuhrmann

Harte Arbeit und sein alter Freund Fritz

Werner Fuhrmann

Zimmermann und Kraftfahrer i. R.
Hauptstr. 70
09648 Mittweida OT Tanneberg
Fon: 03727 / 930415

Harte Arbeit, auch Unglücksfälle, verlangten ihm alles ab. Doch Werner Fuhrmann, geboren am 25.12.1932 in Tanneberg, stellte sich jeder Herausforderung und bewies Charakterstärke. An den Grundzügen seines Wesens hat sich nichts verändert. Er ist extrem gutmütig und ebenso hilfsbereit. Als Dank wird er oft auf ein Bierchen eingeladen. Manchmal allerdings kommt kein Dankeschön. Selbst dann resigniert er nicht, reagiert verzeihend und stellt seine Hilfe erneut zur Verfügung. Bis Klasse acht besuchte Werner Fuhrmann die Dorfschule Tanneberg, ließ sich zum Zimmermann ausbilden und begann bei der Wismut. Aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten ging er nach Johanngeorgenstadt und arbeitete im Bergwerk über und unter Tage. Dies tat er so lange, bis in Wildenthal ein Kabelbrand zu einem verheerenden Schachtbrand führte. Unzählige Tote waren zu beklagen und überall standen Särge. Werner Fuhrmann kam mit dem Leben davon, wurde geborgen und erwachte erst wieder in einer Halle in Wildenthaler Hof. Danach war sozusagen Schicht im Schacht. Er wechselte die Berufsrichtung und wurde Kraftfahrer bei der GHG Schönborn. Nochmaliger Wechsel führte ihn ebenfalls als Kraftfahrer zur Fischereigenossenschaft „Dr. Wohlgemut“ nach Karl-Marx-Stadt. Bis zum Vorruhestand blieb er dort. Das Wort anstrengend ist in Hinblick auf seine Tätigkeit untertrieben. Stets allein unterwegs auf riesigen Lastern, transportierte er Leckerbissen wie u. a. Karpfen, Hechte und Schleie, doch ebenso enorme Mengen an Futterfisch. Ob Schnee oder Regen, Sonn- oder Feiertag – es musste gefahren und geschleppt werden. Tonnenweise musste er Futterfisch in die Teiche tragen. Das eigentliche Abfischen war auch keine einfache Angelegenheit, entschädigte jedoch ein wenig für alle anderen Tätigkeiten. Nach der Wende wurde die Genossenschaft aufgelöst und er ging in Rente. Ein Schicksalsschlag warf ihn später darnieder. Ehefrau Margarete verlor aufgrund eines Ärztefehlers ein Bein und war fortan an den Rollstuhl gefesselt. 2013 verstarb sie. Werner Fuhrmann erholte sich nur langsam, hat aber viel Freude an seinen Kindern. Tochter Carola lebt bei ihm im Haus. Annemarie bewohnt auf gleichem Grundstück ein Eigenheim und dass sich Sohn Volker als selbstständiger Unternehmer auch der Fischereiwirtschaft widmet, macht stolz. Ansonsten genießt der Dauercamper seine zahlreichen Freundschaften, angelt seit Jahrzehnten selbst, schwärmt vom Stör und besucht wöchentlich seinen alten Freund Fritz, der gesundheitlich leider etwas angeschlagen ist.
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