MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Hans und Margit Führlich
Mit Sinn für Geschichte
Rentner
Querstr. 5
01445 Radebeul
Wer viel erlebt hat, kann viel erzählen. Eine reiche, sehr wechselvolle, nicht immer einfache Geschichte begleitete das betagte Ehepaar, das von der Weimarer Republik über Nazizeit und Nachkrieg, bis zu DDR und Bundesrepublik so unterschiedliche Systeme durchlebt hat. Erzählen kann Dr. Führlich aber ebenso über die Historie Sachsens und Dresdens, hat durch Kurse an der Volkshochschule, durch jahrzehntelange Gästeführungen und eine rege Vortragstätigkeit sein Wissen anderen nahegebracht.
Geboren 1921 in der sächsischen Kleinstadt Pulsnitz musste Hans Führlich früh den Verlust des Vaters verkraften, hatte neben der Schule Geld zu verdienen, übernahm die Buchführung einer in Pulsnitz so traditionellen Pefferküchlerei. Von der örtlichen Grundschule wechselte er auf die Lessing-Oberschule im nahen Kamenz, legte 1939 das Notabitur ab, der Kriegsdienst verpflichtete den jungen Mann. Als Cheffunker kam er verhältnismäßig glimpflich, ohne ernsthafte Verletzungen davon. Im November 1945 fand er als Neulehrer die Herausforderung seines Lebens. Die pädagogische Tätigkeit begleitete mit Anspruch und Engagement ihn bis zur Emeritierung 1987. Die ersten beiden Jahre wirkte er als Lehrer in Moritzburg, wechselte dann nach Radebeul, holte die Lehrerprüfung nach. 1950 wurde das Institut für Lehrerbildung „Edwin Hoernle“ in Radebeul etabliert, nun vermittelte er bereits neuen Studenten der Grundschullehrerausbildung seine Erfahrungen. Als in Dresden das Pädagogische Institut gegründet wurde, die spätere Pädagogische Hochschule „Karl Friedrich Wilhelm Wander“, wechselte er beruflich in die damalige Bezirkshauptstadt, konnte seine Dissertation erarbeiten und erfolgreich verteidigen. Einst hatte er selbst sportliche Ambitionen bis zum Leistungssport, betreute nun u. a. die Handballgruppe der Hochschulsportgemeinschaft.
Margit Führlich stammt aus Limbach. Jahrgang 1927, besuchte sie hier die Schule, wechselte dann auf die Oberschule in Chemnitz. Auch hier stand 1944 das Notabitur vor der Arbeitsdienstverpflichtung in einem rüstungsnahen Betrieb. Ihre Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann absolvierte sie in einer Privatfirma, übte diese Tätigkeit nach Umzug gen Radebeul und Heirat 1949 später bis zum Renteneintritt 1987 in einem Werk für Messgeräteelektronik aus.
Der Sohn Klaus (schon 2013 verstorben) kam 1954 in die Familie, 1982 bzw. 1984 stießen die beiden Enkel dazu.