MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Monika Förster
Und auch mal schlaflose Nächte
Erzieherin
01796 Pirna
Die vielen Menschen für die Monika Föster da war, deren Sorgen ihre Sorgen wurden, haben ihr manche schlaflose Nacht bereitet: Der Mann in Schichtarbeit, die Sprösslinge der Familie mit Lernschwierigkeiten, die Schüler, der Nachwuchs im Kindergarten (den sie besonders ins Herz schließen konnte), die Obdachlosen.
Dabei war ihre Kindheit in Bad Schandau harmonisch geprägt, in ihrem Geburtsort (1953) besuchte sie die Polytechnische Oberschule bis 1968, wechselte dann auf die Erweiterte Oberschule Sebnitz bzw. Pirna. Dort legte sie 1972 das Abitur ab. In der Pädagogischen Hochschule Dresden hatte sie 1972/73 die Möglichkeit, als technische Mitarbeiterin im Fremdsprachenkabinett am Arbeitsleben zu schnuppern und Geld zu verdienen. Das eigene Lehrerstudium mit der Kombination Geschichte (was ihr Wunsch war) und Pionierleiter (musste in Kauf genommen werden) schloss sie 1977 mit dem Diplom ab. Doch ihr Einsatz an der 3. Oberschule Pirna-Sonnenstein beschränkte sich auf fünf Unterrichtsstunden je Woche, die andere Zeit hatte sie sich als Pionierleiterin dem außerschulischen Bereich (und der ideologischen Erziehung) zu widmen. 1979 hatte sie geheiratet, 1980 kam Sohn Stefan zur Welt, sie nutzte die Chance, blieb erst einmal für drei Jahre zu Hause, zumal die kleine Tochter, aus der ersten Ehe ihres Mannes Manfred, ebenso zu betreuen war. Als Pionierleiterin agierte sie dann, inzwischen ohne jeden Enthusiasmus, erst an einer Pirnaer, dann an einer Wehlener Schule. Doch dem befehlsmäßigen Sozialismus in der Kindererziehung konnte sie immer weniger abgewinnen. 1986 schmiss sie das SED-Parteibuch hin und war für die Volksbildung nicht mehr tragbar. Kindergärten unterstanden anderen Trägern. Als Helferin fing sie an, 1989 war sie als Kindergärtnerin anerkannt (eine Anerkennung die nicht mehr zählte, als bundesdeutsche Normen galten). 1992 wurde Monika Förster arbeitslos, aufwendig auf einen für sie ungewünschten Beruf umgeschult. Doch ein Praktikum bei der Volkssolidarität e. V. führte sie in die Obdachlosenarbeit, der sie sich nun lange widmete (in Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, geringfügig beschäftigt, ehrenamtlich). Sie bildete sich zur Suchtkrankenhelferin weiter, 2001/05 wirkte sie sogar als stellvertretende Leiterin der Einrichtung, doch dann trat die Volkssolidarität das Objekt an den Landkreis ab. Ihr Mann Manfred verstarb 2012, die vier Enkel bereiten ihr Freude.