MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Regina Fuchs

Ordnung und Familienzusammenhalt machen glücklich

Regina Fuchs

Grünstädter Platz 23
07629 Hermsdorf
Fon: 03661/ 83113

Als das Mädchen Regina 1945 geboren wurde, war der Krieg erst wenige Monate vorbei. Der Vater kehrte zwar vom Kriegsdienst zurück, jedoch war die Freude über die Rückkehr von kurzer Dauer. Von den russischen Besatzungssoldaten abgeholt, sollte die Familie nie mehr etwas von ihm hören und sehen. Nicht einfach für ihre Mutter Frieda, denn drei Kinder waren insgesamt nun alleine zu versorgen. Dass die Tochter nach Abschluss der 10.Klasse Friseurin werden wollte, erschien ihr trotzdem nicht gut genug für das Mädchen. „Anderen Leuten auf dem Kopf rummachen...“, nein das war nichts. So lernte die junge Regina den Beruf einer Stenotypistin. 70 Mark brutto betrug das erste Lehrlingsgeld. Abzüglich der 10 % Krankenkasse blieben 63 Mark übrig, erzählt sie und im Vergleich dazu von der Enkeltochter ihrer Nachbarin, die heute 700 € Lehrgeld erhält. Ihre Arbeiten erledigte sie in einem Schreibzimmer noch mit der mechanischen Schreibmaschine OPTIMA und auf einer der zwei bereits vorhandenen elektrischen von Rheinmetall. Erste Sekretärin-Stelle bekleidete sie bei einem Hauptabteilungsleiter, besetzte später das Vorzimmer des Produktionsdirektors, danach bis zur Wende das Vorzimmer des Direktors für Sozialökonomie. 34 Jahre arbeitete sie insgesamt in den Keramischen Werken in ihrem Beruf, erlebte hier die Wende. Danach als Sekretärin beim Direktor für Arbeit und Soziales und später beim Personalleiter, war sie die letzte, die mit ihm „das Licht ausmachte“. Zuvor hatte sie, die alle viertel Jahre anstehenden Entlassungswellen immer bangend erwartet und doch gut überstanden. 1996 war es damit aber auch für sie vorbei. Durch Vermittlung gelang eine Arbeitsaufnahme bei der Polizei in der Polizeidirektion Jena als Schreibkraft allgemein, dann im Vorzimmer des Leitenden Polizeidirektors, und anschließend – um Freizeit zu gewinnen für den pflegebedürftigen Ehemann – in der nahe von Hermsdorf liegenden Verkehrspolizei an der Autobahn. Regina Fuchs berichtet heute, wie gravierend der Unterschied der Arbeitsbelastung zwischen Wirtschaft und Polizei war. Mit den bis dahin gewohnt hohen Anforderungen, war die neue Tätigkeit von der indessen 52-jährigen gut zu bewältigen. Was mit befristetem Arbeitsvertrag für eine Schwangerenvertretung begann, mündete für die fachlich versierte Frau in einer 10-jährigen festen Anstellung. Über Altersteilzeit wurde sie 2007 in den Ruhestand verabschiedet. Zu der Zeit schon mit der Pflege ihres Mannes Gerhard († 2008) befasst, begrüßten beide den Zeitgewinn. Langeweile kennt sie auch heute nicht. Der Garten fordert seinen Tribut und dass er sich in unmittelbarer Nähe zu dem eines Sohnes befindet, ist für benötigte Hilfe von Vorteil. Regina Fuchs kann sich auf ihre Jungs verlassen und ist stolz auf sie. Mario ist Gerätewart bei der Feuerwehr, Thomas – der gelernte Koch – arbeitete indessen als Manager in der Gastronomie und Volker ist als Dachdecker auf Deutschlands Baustellen unterwegs. Neun Enkel sorgen für Abwechslung und Verbindung zur jungen Generation. Einen Computer hat sie sich zugelegt, sagt sie, um sich zu beschäftigen und geistig fit zu bleiben. Handarbeiten machen ihr Freude. Bleibt ihr nur noch ein Wunsch: Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit.
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