MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf und Renate Fritsch
Erfüllte Berufs- und Familienjahre
Ingenieur für Landtechnik
Weberin
Hofstr. 10
09322 Penig OT Tauscha
Im Tal der Zwickauer Mulde spielt das Leben von Renate und Rolf Fritsch. In Schlaisdorf (heute Ortsteil von Lunzenau) kam Rolf Fritsch 1932 zur Welt. Die vier Kinder der Familie mussten schon bei der Mutter (Heimarbeiterin in der Textilindustrie) helfen, die Kühe beim Bauern hüten. Die Schule in Lunzenau besuchte er von 1938–1946. Daran schloss sich eine dreijährige Lehre als Landmaschinen- und Traktorenschlosser bei einem privaten Meister an. Nach der Ausbildung wechselte er zur Schlosserei Fritz Haage, ehe er 1952 als Betriebsschlosser in der Strumpffabrik Idela anfing. Zudem wirkte er 15 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr, konnte dort günstig die Führerscheinprüfung ablegen. 1957 begann er bei der Maschinen-Traktoren-Station Penig als Brigadeschlosser für die Stützpunkte in Lunzenau und Kolkau. Durch zwei sechsmonatige Lehrgänge an der Meisterschule in Berlin-Wartenberg konnte er sich 1959–1960 qualifizieren. Danach übernahm er als Meister die Traktorenwerkstatt in Penig. 1966 wechselte er als Instrukteur für Importtraktoren zur VVB Landmaschinen- und Traktorenbau, konnte in Intervallunterricht an der Ingenieurschule Friesack 1968–1970 einen Abschluss als Ingenieur erwerben, kam nach Umstrukturierungen zur Agrotechnik Auerswalde, arbeitete für die Firma Intercontroll bei der Abnahme von Importtraktoren u. a. in Rumänien, und wurde, als 1990 marktwirtschaftliche Strukturen eingeführt wurden, Serviceleiter der Agrotechnik, ehe er 1995 in Rente ging.
Seine Frau wurde als Renate Weber 1935 in Glauchau geboren. Doch es folgten wechselvolle Jahre, da der Vater u. a. in Hamburg, Königsberg und zuletzt Stettin eingesetzt war, die Familie immer mitzog. Die Flucht vor der nahenden Front führte 1945 in die sächsische Heimat zurück. Nach dann doch sehr unregelmäßigem Schulbesuch, zuletzt in Lunzenau, konnte sie ihren Nachnamen zum Beruf machen, lernte in der Lunzenauer Weberei, beseitigte bis zur Heirat (1959) in der Ausnäherei fehlerhafte Produktstrecken. Nach der Geburt der vier Kinder widmete sie sich der Familie, war bis auf kurze Zeit nach 1980, als sie in der Essenausgabe der Schule tätig war, nicht mehr beruflich aktiv. Drei Söhne, eine Tochter, drei Enkel, ein Urenkel sind die bisherige Familienbilanz. Hatten sie schon zur DDR-Zeit gern an der Ostsee Urlaub gemacht, genossen sie mit dem günstig erworbenen eigenen Bungalow ab 1990 zwanzig Jahre lang dort Sonne, Wind, Sand und Meer.