MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karin und Karl Fritsch
Wer sich selbst versorgen kann
Gärtnerin i. R.
Meister des Schmiedehandwerks i. R.
16356 Ahrensfelde OT Elisenau
Dafür wurde die Elisenauer Siedlung einst erschlossen, kleine Landwirtschaft mit Selbstversorgerfunktion. Davon profitiert die Familie Fritsch bis heute. Karin und Karl Fritsch wurden hier beide geboren, er 1937, sie 1940. Die Anwesen ihrer Eltern lagen schräg gegenüber, bis zur Heirat 1961 gab es keine langen Wege des Suchens und Findens. Sie absolvierten dieselbe kleine Schule, in der es für acht Jahrgänge nur zwei Räume gab.
Karl Fritsch lernte 1953–1956 bei einem privaten Dorfschmied im Nachbarort, da brannte noch das Schmiedefeuer, der junge Karl beschlug zum ersten Mal Pferde, damals nur unter Aufsicht. Doch woanders gab es mehr zu verdienen. So wechselten in den Folgejahren Aufgaben und Arbeitsstellen, es begann bei einer Berliner Feldeisenbahnfabrik. Er verdingte sich im Brunnen- und Tiefbau und schachtete für den zukünftigen Tierpark Berlin-Friedrichsfelde. Er lernte bei einer Schmiede in Berlin-Biesdorf viel über Fahrzeugbau, besuchte Schweißerlehrgänge, konnte 1964 seinen Meisterabschluss des Handwerks verbriefen lassen. Für den VEB Kraftverkehr Bernau fuhr er Kohlen, Schutt oder Lebensmittel, beim Versuchsgut der Humboldt-Universität in Blumberg, bei der Deutschen Post, beim Wohnungsbaukombinat war er angestellt, arbeitete noch einige Monate in einer Zimmerei, ehe er in den Vorruhestand ging. Zuvor hatte er noch einen Abschluss als geprüfter Hufbeschlagschmied gemacht, denn Pferde beschlagen war, meist im Nebenberuf, stets eine große Leidenschaft.
Karin Fritsch besuchte die Landwirtschaftsschule und arbeitete auf dem mütterlichen Grundstück, auf dem das Ehepaar bis heute seine Heimat hat. Als die meisten Flächen in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eingebracht wurden, konnte sie ihren Facharbeiterabschluss als Baumwart machen, denn die Obstplantagen spielten in der Elisenauer LPG „Pomona“ die Hauptrolle. Während der siebzehn Jahre bei der LPG wurde sie auch als Lehrausbilderin eingesetzt. Kinder und das eigene Grundstück forderten dann ihre Anwesenheit, stets wurde Gemüse angebaut, wurden Blumen gezüchtet, auf Märkten verkauft. Während des Winters gab es dann Arbeit bei einem Bäcker, bei einer Wäscherei, in der Seniorenbetreuung. Gemüsezelt und Gewächshaus fordern sie bis heute, während er weiter in der Werkstatt seinen geschickten Händen zu tun gibt. Doch harte Arbeit ist Karin Fritsch ja gewohnt, erzählt sie und berichtet von vier Jahren früherer Tätigkeit in den Michels Kliniken der Waldsiedlung Wandlitz. Als Reinigungskraft musste sie damals in nur vier Stunden 34 Räume auf Vordermann bringen – eine Knochenarbeit, an die sie sich noch gut erinnert.
Zwei Söhne, eine Tochter, fünf Enkel sind die stolze Familienbilanz.