MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Johann Frodl
Mit der Firma durch dick und dünn
Meister im Karosseriebau
Grenzstr. 37 b
06112 Halle (Saale)
Fon: 0345 / 5608549
Wer wie Johann Frodl handwerkliches Geschick besitzt, konnte im gesamten Leben seinen geübten Händen vertrauen. 1932 war er im böhmischen Königsberg im Schönhengstgau als Sohn eines Landwirts zur Welt gekommen. 1945 wurde die Familie in den Kreis Weißenfels ausgesiedelt, wo Johann Frodl die Schule abschließen konnte und ab 1946 in dreijähriger Lehre zum Stellmacher in einem privaten Handwerksbetrieb in Gröbitz ausgebildet wurde. In drei Gesellenjahren vervollkommnete er seine handwerkliche Erfahrung, dann wechselte er nach Halle (Saale) zu einer privaten Karosseriebaufirma. 1972 wurde diese verstaatlicht und in den VEB Fahrzeugbau eingegliedert. 1954 hatte Johann Frodl seinen Meisterbrief des Stellmacherhandwerks erwerben können, 1964 durfte er sich auch Meister des Karosseriebaus nennen. Mit der Verstaatlichung konzentrierte sich das Aufgabengebiet auf Spezialaufbauten für militärische Zwecke. Doch in seiner Freizeit baute Johann Frodl (die Logistik der Firma nutzend) auch für private Handwerker (Fleischereien) und das Schaustellergewerbe.
Mit dem Ende der DDR folgte die Reprivatisierung der Firma, die nun auch magere Zeiten durchmachen musste, dann vom heutigen Eigentümer gekauft und durch Investitionen auf den modernen Standard gebracht wurde und die heute als Hartmann „Fünf Türme“ Fahrzeugbau GmbH firmiert und floriert, sich vor allem auf Abschlepptechnik spezialisiert hat und der Johann Frodl in allen Wirren der Eigentumsverhältnisse treu geblieben war. Ungeachtet gesellschaftlicher Systeme oder wirtschaftlicher Verantwortlichkeiten, für ihn gab es immer genug zu tun.
Auch als er 1997 den Rentenstatus erreicht hatte, wurde seine Erfahrung gebraucht, er blieb als Meister für besondere Aufgaben noch weitere fünf Jahre.
Anna Frodl, Krankenschwester von Beruf, ist seit der Heirat 1954 an seiner Seite, beide konnten vor wenigen Monaten die diamantene Hochzeit begehen. Zwei Töchter wurden dem Paar geschenkt, dessen Stolz zudem die beiden Enkelkinder sind. Im 1.900 Quadratmeter großen Garten am 1968 gebauten Häuschen steht eine Skulptur, Diplom-Arbeit der künstlerisch begabten und ausgebildeten Enkelin.