MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waltraud und Peter Fritzsche
Heimat an der Mulde
Sachbearbeiterin
Maurer
Muldenweg 4
04680 Colditz OT Sermuth
Fon: 034381 / 44512
Im sächsischen Sermuth, wo Zwickauer und Freiberger Mulde sich vereinigen, genießen Waltraud und Peter Fritzsche ihr Rentnerdasein. Peter Fritzsche stammt aus diesem inzwischen nach der Stadt Colditz eingemeindeten Dorf, kam hier 1942 zur Welt. Die knappen Essensrationen der Nachkriegszeit blieben in der Erinnerung, die ansonsten eine unbeschwerte Kindheit registrierte. Seine Frau Waltraud wurde 1942 in Bremerhagen (Mecklenburg) geboren. Die Schule im heimischen Ort schloss Peter Fritzsche 1956 nach der 8. Klasse ab. Nach einer Lehre als Maurer bei der Baufirma Winkler in Colditz wechselte er 1959 zum VEB Bau-Union Küste nach Greifswald. Inzwischen hatte er seine Waltraud kennengelernt, die 1960 ihr Pädagogikstudium abgeschlossen hatte, im Februar 1961 wurde geheiratet. Der elterliche Hof in Sermuth wurde nun gemeinsames Zuhause, unterbrochen von seiner Verpflichtung zur Nationalen Volksarmee, der er 1962/64 im Einsatz an der Grenze der DDR zum Bundesland Bayern nahe dem thüringischen Sonneberg nachkam. Seine inzwischen neuen Pflichten als Familienvater wären ihm wichtiger gewesen. Anschließend fing er in der Baubrigade der Sermuther Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) an. Nach Investitionen mit viel Liebe und eigener Arbeit bezog die Familie 1965 das neue Heim im Muldenweg, welches ihnen Heimat bis heute blieb. 1983 wechselte Peter Fritzsche als Stauwart zum Muldenpumpwerk Sermuth. Waltraud Fritzsche arbeitete lange Jahre als Sachbearbeiterin im Personalwesen der Colditzer Porzellanfabrik, fand später neue Herausforderungen im Bausektor und schied 1992 mit Erwerbsunfähigkeitsrente aus dem Arbeitsleben aus. Peter Fritzsche ist seit 2005 Rentner, hatte zuvor noch lange im Instandhaltungssektor gearbeitet.
Als 1989 mit Montagsdemonstrationen das Ende der DDR eingeläutet wurde, waren Fritzsches aktiv dabei. Schon lange störten sie die Beschränkungen, vor allem auch beim freien Reisen, die das sozialistische Regime seinen Bürgern auferlegte.
Mit Ramona, Karina und Iris wuchsen ihnen in den Anfangsjahren ihrer Ehe drei Töchter zu, die längst selbständig ihren Weg gehen.