MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Fröhlich
Wunder gibt es immer wieder
Autoverwertung
Eichspitzweg 8
14722 Brandenburg
Der Arm blieb dran. Selbst die Ärzte sahen es als medizinisches Wunder, dass Peter Fröhlich nach kurzer Reha-Phase Gelenke und Finger wieder bewegen konnte. Dabei schien der Unfall wenige Monate nach der Eröffnung seiner Firma für Autoverwertung am 1. 7. 1991 schon das Schicksal selbiger zu besiegeln. Im Dezember fiel ihm eine abzuwrackende Trabant-Karosse auf den Arm, das hätte schon das Ende sein können, heute besteht die Firma schon über zwanzig Jahre.
Geboren wurde Peter Fröhlich 1941 in Brandenburg. Die Stadt an der Havel ist noch heute seine Heimat. Die Liebe zu den motorisierten Fahrzeugen wurde ihm schon vom Vater vermittelt, der aus Thüringen und der Stadt stammt, die im Motorsport durch das Schleizer Dreieck berühmt ist. Von ihm übernahm er die Liebe zu Oldtimern und lernte das Geschick, sie zu pflegen, zu restaurieren. Peter Fröhlich fuhr in seiner Jugend Motocross-Rennen, baute während seiner Armeezeit (Grundwehrdienst) eine diesbezügliche Sportabteilung auf, startete bei Jugendmeisterschaften, belegte vordere Plätze und war als Nationalmannschaftskader im Gespräch, verzichtete aber, da er keine Lust hatte, deswegen der führenden Partei der DDR beizutreten. Auch der Traum vom Kfz-Mechaniker blieb erst einmal unerfüllt, doch diesen Abschluss hat er inzwischen nachgeholt. Der Grundschule folgte eine Lehre als Schlosser. Aber die Praxis forderte den Mann mit den goldenen Händen für Autos, beim Wohnungsbaukombinat wurde er lange Jahre Werkstattleiter, betreute vor allem Baumaschinen. In den Jahren bevor er sich selbständig machte, war er Fuhrparkleiter beim Möbelhändler Manos. Als man ihn dort ins Büro setzte, sah er in der eigenen Firma die absolut interessante Chance.
Seine Frau Hannelore, Heirat 1988, arbeitet seit Anfang in der Firma mit. Dabei nützt ihr die einstige kaufmännische Ausbildung, die bis dahin fast dreißig Jahre der Brandenburger Kammgarnspinnerei zu Gute gekommen war. Als nach der Wende 1.000 Mitarbeitern zu kündigen war, ließ sie sich auf die Liste setzen, bei ihrem Mann gab es seitdem für sie genug zu tun.
Längst rentenberechtigt lassen beide es heute geschäftlich ein wenig ruhiger laufen. Zu seinen Kindern aus erster Ehe und den beiden Enkeln bestehen beste Kontakte. Mit dem Ford A fahren sie immer noch aus, weitere Oldtimer stehen bereit oder sind in Arbeit, die vier Brennabor-Motorräder stehen im Industriemuseum.