MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. phil. Eberhard Fromm

Denken als lebenslange Leidenschaft

Eberhard Fromm

Prof.. Dr. phil. Eberhard Fromm Teterower Ring 64 12619 Berlin Fon: 030 / 56499973

Professor Eberhard Fromm kam 1945 als Flüchtlingskind nach Wismar. Dort und in Greifswald besuchte er die Schule und arbeitete anschließend ein Jahr in der Landwirtschaft. Von 1956 bis 1959 studierte er am Berliner Deutschen Institut für Berufsbildung und ging danach für einige Jahre als Berufsschullehrer nach Naumburg. In dieser Zeit absolvierte er ein Fernstudium für Philosophie an der Martin-Luther-Universität in Halle (S). Damit begann sein eigentlicher beruflicher Weg, den er später nie wieder verlassen hat. Sein Diplom legte er auf dem Gebiet der Ethik mit Untersuchungen zu moralischen Anforderungen an die Lehrerpersönlichkeit ab. Danach erhielt er eine Anstellung am Institut für Gesellschaftswissenschaften in Berlin, der späteren Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Anfänglich im Bereich der Ethik tätig, wechselte er bald zur Geschichte der Philosophie. 1968 erfolgte die Promotion zum Thema „Politik und Moral in der politischen Ethik“. Seine Habilitationsschrift (Dissertation B) befasste sich mit Problemen der Geschichte der DDR-Philosophie. 1980 wurde er zum Professor berufen. . Nach Auflösung der Akademie wurde Professor Fromm 1991 zeitweilig arbeitslos und bekam dann Wirkungsmöglichkeiten im Berliner Luisenstädtischen Bildungsverein, wo er sich vor allem mit der Geschichte des geistigen Lebens in Berlin beschäftigte. In den letzten Jahren trat das Interesse an der Intellektuellenproblematik in den Mittelpunkt seines Schaffens, wovon zwei Publikationen zur Anatomie des deutschen Intellektuellen – untersucht an den deutschsprachigen Literaturnobelpreisträgern und an der Berliner Aufklärung – zeugen. Den Plan für eine Geschichte des deutschen Intellektuellen musste er auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes fallen lassen. Professor Fromm hat dreizehn eigene Bücher und Broschüren verfasst und war an dreißig Büchern als Mitautor beteiligt. Er hat mehr als 180 Artikel in den verschiedensten Zeitschriften und Zeitungen publiziert und trat mit über 600 Vorlesungen und Vorträgen in der DDR, in der Bundesrepublik, in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Griechenland auf. Hinzu kamen eine Vielzahl Rundfunkvorträge und Auftritte im Fernsehen. Diese hohe Aktivität war nur möglich durch eine stabile Familie, in der seine Ehefrau Erika, eine gelernte Finanzbuchhalterin, das Steuer fest in der Hand hatte. Mit ihr, der Mutter der beiden Söhne Jörg und Jens, ist er seit mehr als fünfzig Jahren glücklich verheiratet. Befragt nach dem Fazit seines Lebens, kommt er zu einem eher pessimistischen Schluss: Er habe es versäumt, die kritische Potenz seiner Philosophie auf die realen Verhältnisse der DDR anzuwenden. Und er war nicht mehr fähig, eine kritische Analyse des Gesellschaftssystems, das sich Sozialismus nannte, vorzunehmen, eine Analyse, die von den Ansichten von Marx bis zur Gegenwart reichen müsste.
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