MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerda Frenzel
Weberin mit Gemeinschaftssinn
Weberin
Buchberg 29
09326 Geringswalde
Fon: 037382 / 12577
Gerda Frenzel wurde am 08.03.1942 im sächsischen Hainichen geboren und wuchs mit einem sieben Jahre älteren Bruder auf. Ihr Vater, der während des Krieges an TBC erkrankte, wurde nachfolgend berentet. Die Mutter arbeitete in Stellung und als Hausfrau. „Wir waren sicherlich nicht auf Rosen gebettet, aber ich erinnere mich an eine sehr harmonische Kindheit. Wir haben viel draußen gespielt und wurden zur Bescheidenheit erzogen“, erinnert sich Gerda, die ihre Eltern immer als Vorbilder erlebte. Von 1948–1956 besuchte sie die Eduard-Feldner- Schule ihrer Heimatstadt und absolvierte anschließend eine zweijährige Lehre als Weberin in der Weberei Mittweida, der späteren Wäscheunion. „Hier war ich von meiner Ausbildung bis zur Wende tätig und habe mich später im Betrieb hauptberuflich fast 20 Jahre als Gewerkschaftsleiterin unserer Abteilung engagiert“, erzählt sie. In dieser Funktion erhielt sie zahlreiche gesellschaftliche Anerkennungen und Auszeichnungen. 1960 heiratete Gerda ihren Mann Eberhard Frenzel, der ebenfalls als Weber und Mechanikermeister in ihrer Firma arbeitete. Mit Gabriele (*1960; Elektromechanikerin) hat das Paar eine Tochter, einen Enkelsohn sowie mittlerweile ein Urenkelkind. 1990 besuchte Gerda Frenzel in der wendebedingten Übergangszeit eine einjährige Weiterbildung. Im Anschluss war sie mehrfach im Rahmen von ABM-Maßnahmen im Eco Park Frankenau beschäftigt, danach in Rochlitz und in Weiditz angestellt. Im Alter von 60 Jahren wurde Gerda pensioniert. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2013 lebt sie in ihrem Geringswalder Haus allein und kümmert sich noch immer selbst um Hof und Garten. „Ich bin in meiner Heimatregion verwurzelt, weil ich hier meine Freunde und ein gutes Umfeld habe“, sagt sie. Die Arbeit im Garten hat ihr schon immer Freude bereitet und zählt nach wie vor zu einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen. „Durch die Pflege unseres Anwesens waren Urlaubsreisen eher selten möglich. Wirklich vermisst habe ich das aber nicht“, gesteht sie. Stolz ist Gerda Frenzel auf ihr langes und erfülltes Berufsleben. „Ich war gerne als Weberin tätig. Das würde ich wieder tun“, schmunzelt sie. Heute genießt die rüstige Rentnerin besonders den Zusammenhalt innerhalb der Familie und besucht sie in Mecklenburg regelmäßig. „Ich lebe nach dem Motto ‚Augen zu und durch’ und versuche, aus jedem Tag das Beste zu machen. Natürlich fehlt mir mein Mann. In den Sommermonaten kann ich oft in der Natur sein, da merke ich es manchmal nicht so. Aber im Winter gibt es auch zahlreiche einsame Stunden“, lässt Gerda erahnen. Für die Zukunft stehen vor allem Eigenständigkeit und Gesundheit auf der Wunschliste, um noch viel gemeinsame Zeit mit ihren Lieben verbringen zu können.