MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Horst und Angela Fricke

„Respektiere dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das was du tust.“ (Dalai Lama)

Horst und Angela Fricke

Lehrer, Geflügelzüchter, Judoka
Damenschneiderin, Köchin
Lommatzscher Landstr. 1
01683 Nossen OT Rüsseina

Als eins von drei Kindern 1934 in die Familie hineingeboren, verbrachte Horst Fricke seine Kindheit in Chemnitz bis seine Mutter mit ihm und seinem Bruder wegen der Bombenangriffe die Stadt verließ. Bei der Großmutter in Rüsseina fand die Familie Unterschlupf. 1945 kam der Vater aus dem Krieg zurück (zu Fuß aus Frankreich!). Sport, Schneeschuhfahren, Besuche in der Schwimmhalle und Aufenthalt im nahen Wäldchen bescherten trotzdem schöne Kindheitserinnerungen. Asthma und eine schwache Körperkonstitution beeinträchtigten jedoch die Berufswahl. Der Förster-Wunsch wich dem Ansinnen in die Fußstapfen des Vaters zu treten und Lehrer zu werden. Nach 10. Klasse, Oberschule und unvollendeter Schlosser-Lehre absolvierte Horst Fricke eine zweijährige Ausbildung am Lehrerinstitut Dresden. Von der Absolventenlenkung in die Oberlausitz vermittelt, trat er seine erste Stelle in Neueibau an, blieb sieben Jahre dort tätig (1953–1960). 350 Mark war sein erster Verdienst. „Da konnte ich mir nicht einmal einen Wintermantel von kaufen“ sagt Horst Fricke heute und seine Frau ergänzt, dass man mit Abstand die damalige Zeit verklärter sieht. 1960 nach Rüsseina zurückgekehrt, unterrichtete er zwei Jahre in Rhäsa und danach an der Schule Rüsseina (hier später auch Schulleiter), wo er selbst einst als Schüler lernte. 1980 wurde im Rahmen der „sozialistischen Hilfe“ nach Choren versetzt weil dort der Russischlehrer ausgefallen war und er dieses Fach lehren konnte. Die Verantwortung als Schulleiter in Rüsseina trug er zusätzlich weiter. Trotz politische Wende in der DDR und den Begleitumständen, blieb Horst Fricke vorerst weiter in seinen Funktionen. 1992 schied er aus dem Schuldienst aus, nachdem ihm und weiteren sieben Kollegen der Vorruhestand nahegelegt wurde statt für 70 % seines Gehaltes weiterzuarbeiten. Eine schlimme Zeit begann für ihn. So plötzlich loslassen zu müssen fiel schwer. Anfänglich ging er trotzdem jeden Tag weiter in die Schule, ohne dort etwas tun zu dürfen. Dass Lehrer heute nur noch Wissen vermitteln, nicht mehr erziehen und das Zusammenspiel von Elternhaus und Schule vernachlässigt wird, macht es ihm leichter selbst kein Lehrer mehr zu sein. Ehefrau Angela teilt heute mit ihm die freie Zeit. Sie, 1934 geboren, wuchs mit zwei Geschwistern auf. Die Altstoffannahmestelle der Großeltern und die Werkstatt eines nahen Holzbildhauers waren spannende Aufenthaltsorte für das Mädchen. Der für die Arbeit herangezogene Kriegsgefangene ihres Großvaters, ein Holländer, wurde väterlicher Freund. Noch heute hält sie den Kalender, den er für sie eigenhändig malte in Ehren. Nach der 8. Klasse (1941–1948) lernte die junge Angela den Schneider-Beruf. Sie arbeitete als Textilverkäuferin (erlebte noch die Zuteilungspunkte), im Textillager (Lohn: 1,35 Mark / Stunde), im Büro, einer Schneiderei, einem Herrenmode-Geschäft und als Köchin in der Gaststätte des Sohnes (Facharbeiterabschluss in Abendschule). 1992 ging Angela Fricke in den Ruhestand. Nebenbei betrieben die Eheleute Fricke immer eine kleine Wirtschaft. Horst Fricke war zudem gesellschaftlich sehr aktiv. Einen Geflügelverein hat er aufgebaut, war Judotrainer, Kampfrichter, freiwilliger Helfer der Polizei..... Er war immer da wenn er gebraucht wurde. Wie es heute die Kinder Steffen (geb. 1954, Polizist) und Birgit (geb. 1955, Angestellte der AOK) für die Eltern sind. Dass Sohn Lutz (geb. 1962, Baufacharbeiter) im Beruf tödlich verunglückte hat eine nie ganz heilende Wunde bei den Eltern hinterlassen. Sie sind stolz auf ihre Kinder, die sieben Enkel und sieben Urenkel und die Harmonie in ihrer Familie. Gesund noch lange deren Entwicklung begleiten zu können und sich weiter der Zucht seiner drei selbst erzüchteten und durch den zentralen Zuchtausschuss bestätigten Rassen „Deutsche Zwerghühner Blausilber“ und der „Weißen sowie „Gesperbten Zwergsachsenhühner“ widmen zu können (dafür erhielt er die zentrale Auszeichnung „Meister der Deutschen Zwerghahnzucht“ widmen zu können, das wünscht sich das seit 1954 verheiratete Paar.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz