MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eva-Maria und Gerhard Friedrich-Hobe / Hobe
„Der ideale Mensch fühlt Freude, wenn er anderen einen Dienst erweisen kann.“ (Aristoteles)
Fachärztin für Augenheilkunde
Dipl.-Ing. (FH) für Elektronik
07586 Kraftsdorf
Als Tochter eines Arztes und einer MTA wurde Eva-Maria Friedrich-Hobe 1948 in Gera geboren. Die Sprachbegabte besuchte während der Schule eine Russischspezialklasse, sollte ab der 8.Klasse in dieser Richtung weiter gefördert werden. Doch sie zog es vor in Gera zu bleiben, an der Erweiterten Oberschule II (heute Goethe-Gymansium / Rutheneum) das Abitur erwerben. Nach Realisierung dieses Wunsches, gelang ihr die Zulassung zum Medizin-Direktstudium an der Universität Jena. Sie entschied sich für die Fachrichtung Augenheilkunde, durchlief die Facharztausbildung an der Augenklinik in Gera. Nach sechs Jahren Fachärztin (unterbrochen von der Geburt eines Sohnes), nahm sie die Tätigkeit als Augenärztin in der Ambulanz der Klinik auf. Vier Jahre später wurde der zweite Sohn geboren. Im Jahr 1989 wurde ihr mitgeteilt, dass es zur Auflösung der Ambulanzen kommen würde, es für sie auf der Station keine Verwendungsmöglichkeit gibt und sie Entscheidungen über ihre Zukunft treffen solle. „Notgedrungen“ eröffnete sie 1991 eine eigene Niederlassung in Langenberg. Was in einer kleinen ausgebauten Wohnung eines alten Häuschens ohne Sanitäranlagen begann, wuchs stetig. Nach zwei Jahren hatten die Investitionen sich amortisiert, war ein großer Patientenkreis anhängig. In einem Neubau der Zeitzer Straße wurden ihr neue Praxisräume angeboten. Sie nahm an, richtete die Praxis ein und war schließlich bis 2014 in ihr tätig. Mit Eintritt in den Ruhestand gelang es ihr nicht einen Nachfolger für die Praxis zu finden. Einige wenige Gegenstände konnte sie veräußern, viele Gerätschaften nach Cuba verschenken, während das Mobiliar größten Teils entsorgt wurde. Die Praxis gibt es nicht heute mehr, wohl aber ehemalige Patienten, von denen sie auf der Straße angesprochen wird und die Information erhält, sie hätten noch immer keinen neuen Augenarzt finden können....... Ehemann Gerhard, geboren 1941, trat wie seine Frau beruflich in elterliche Fußstapfen. „Ich war Elektriker, du wirst Elektriker“ gibt er die Worte seines Vaters wieder und berichtet nach der Schule den Facharbeiterbrief als Elektroniker erworben und nach einem zweijährigem Armeedienst ein Studium zum Elektronik-Ingenieur absolviert zu haben. Zweiundzwanzig Jahre arbeitete er danach in der Forschung und Entwicklung von Carl-Zeiss Jena. Als Reisekader und Unterstützung des Kundendienstes wirkte er in Kiew, Minsk, Budapest und Wien. Er lernte Sigmund Jähn (DDR-Weltraumfahrer) kennen, erlebte spannende und herausfordernde Arbeit. Nach der Wende jedoch fand er sich inmitten von ca. 3500 Menschen auf der Straße wieder – arbeitslos. Eine Weiterbildungsmaßnahme des Arbeitsamtes führte – nun 50-jährig – zu einem erneuten Studium und den Gang in die Selbstständigkeit als Wohnungsbauberater. Bis zum 65. Lebensjahr war er so tätig, ging dann in den Ruhestand. Heute pflegen die Eheleute ihre Liebe zur Musik, zu Tieren, wandern, lesen und betätigen sich sportlich. 1990 haben sie sich kennengelernt, seit 2000 sind sie verheiratet und als Mitglieder des Freundeskreises „Theaterkreis“ nutzen sie viel und gerne die Konzert-Angebote in Leipzig und Dresden. Ca. 20 Jahre hat Gerhard Hobe Fußball gespielt, ist nach wie vor vom Sport begeistert. Auch Reisen gehören zur beliebten Abwechslung. Zwei Söhne (Chirurg / Zahntechniker) aus erster Beziehung von Eva-Maria Friedrich-Hobe und eine Tochter (Beamtin) aus erster Ehe von Gerhard Hobe gehören zur Familie und haben für drei Enkelinnen gesorgt. „Gesund bleiben“ wünscht sich das Ehepaar für die Zukunft, auch für die der Kinder und Enkel.