MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gertraude und Konrad Friedemann

Die die Kartoffeln noch schätzen

Gertraude und Konrad Friedemann

Landwirte i. R.
Dorfstraße 6
09306 Wechselburg OT Seitenhain

Selbstverständlich gibt es auch bei Familie Friedemann nicht nur immer Quark mit Kartoffeln. Doch bei ihnen ist das einfache Essen noch etwas wert. Sie können das Glück einer guten Ernte noch schätzen, die (bescheidenen) Reichtümer, die die Natur ihnen zwischen Feld und Stall, Wald und Bienenstock schenkt. Konrad Friedemann wurde schon im heutigen Wechselburger Ortsteil Seitenhain geboren, doch die Eltern zogen mit den drei Geschwistern der Familie bereits 1933 nach Tanneberg, ebenfalls in mittelsächsischer Landschaft zwischen den Flüssen Zwickauer Mulde und Zschopau gelegen. Dort übernahmen sie eine kleine Landwirtschaft. Wie selbstverständlich hieß es für die Kinder schon in jungen Jahren mit zuzupacken. Nach der Grundschule ging es für Konrad Friedemann 1943/45 auf die Landwirtschaftsschule im nahen Mittweida, an der sein Vater auch Lehrausbilder war. 1949 pachtete die Familie ein größeres Gut in Köttern, 1954 konnten sie in Seitenhain das Land kaufen, das noch heute im Besitz der Friedemanns ist. Am 5. 5. 1955 schlossen Gertraude, geborene Röther (Jahrgang 1933) und Konrad Friedemann den Bund fürs Leben. Sie hatten sich in ihrem Geburtsort Köttern kennengelernt, nun wirtschafteten sie gemeinsam (anfangs zusammen mit seinen Eltern), bis die Felder 1960 in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) vergesellschaftet wurden. 1968 erreichte die Kollektivierung auch das Großvieh. Konrad Friedemann arbeitete vorwiegend auf dem Feld, gern auch als Traktorist, Frau Gertraude war 19 Jahre für die Milchkühe zuständig, wirkte zudem im Vorstand der LPG. Da sie ebenfalls aus landwirtschaftlich geprägter Familie stammte (ihr Vater verstarb früh), war das gemeinsame Verständnis für das, was im Leben und in der Arbeit wichtig ist, stets gegeben. Früh hatte sie selbständig das Pferdefuhrwerk mit den Milchkannen talab, bergauf bis nach Rochlitz lenken müssen. Gespür für Tier und Natur prägte beider Leben bis zum Ruhestand. Noch im jugendlichen Alter hatte Konrad Friedemann seinen ersten Bienenschwarm eingefangen, seit 1997 widmet er sich nun mit Engagement der Imkerei. Das eigene Waldgrundstück mit tausenden neu gepflanzten Bäumen für die nächsten Generationen zu erhalten, wurde ihm ebenfalls wichtiges Anliegen. Seit seinem 14. Lebensjahr ist er zudem Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Je eine Tochter und Sohn sowie fünf Enkel gehören zur Familie.
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