MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Donat Frieder und Ines
Backtradition seit 1897
Bäckermeister
Geschäftsführerin
Am Forsthaus 16
04758 Oschatz
Fon: 03435 / 920501
In vierter Generation existiert die Lampersdorfer Bäckerei der Familie Richter, heute vom zugeheirateten Frieder Donat geführt. Clemens, Johannes und Achim Richter hatten seit 1897 im kleinen Dorf in der Nähe von Oschatz die Bäckerzunft vertreten, die heute zwar in Oschatz in modernen Gebäuden produziert, aber in Lampersdorf immer noch mit einer Verkaufsfiliale präsent ist.
Frieder Donat, 1962 im sächsischen Oschatz geboren, entstammt einer Fleischermeisterfamilie, die auch über drei Generationen geführt war. Doch nach dem Abschluss der 10. Klasse entschied er sich für eine Lehre (1979/81) zum Glasmacher in Weißwasser. Seine Armeepflicht leistete er 1982–1984.
Dann kehrte er für ein halbes Jahr nach Weißwasser zurück, doch wegen der Familie, er hatte 1984 auch geheiratet, zog es ihn wieder in die mittelsächsische Heimat, er stieg beim Schwiegervater ein. Arbeit, Ausbildung zum Bäcker und der Bau des Eigenheimes ab 1985 liefen nun parallel. 1992 konnte er den Meisterbrief in den Händen halten, die Perspektive der Übernahme der Traditionsbäckerei war gegeben. Am 1. 7. 1996 ging das Geschäft in die Hände von Frieder Donat und seiner Frau Ines, geborene Richter, über. Doch das erfolgreiche Unternehmen hatte unter den beengten technischen Bedingungen in Lampersdorf keine Entwicklungschance. So entschloss man sich zum Neubau in Oschatz. Seit 1998 ist man nun am Rande der Stadt im Fliegerhorst angesiedelt. Mit achtzehn Beschäftigten sorgt die Lampersdorfer Bäckerei Donat seitdem dafür, dass ihre Filialen in der Stadt und im Dorf, aber auch Verkaufseinrichtungen der Umgebung beliefert werden können.
Frau Ines, Jahrgang 1963, und Frieder Donat kannten sich schon von Schulhofzeiten. Ines Richter war anfangs wenig darauf ausgerichtet, die Familientradition aufzunehmen. So ließ sie sich nach dem Schulbesuch zur Erzieherin ausbilden und arbeitete mit Freude in diesem Beruf. Doch als mit dem Ende der DDR das Aus für ihre Stelle kam, sich gleichzeitig durch die freieren Bedingungen in der nunmehrigen Marktwirtschaft neue Herausforderungen stellten, stieg sie in das gemeinsame Geschäft voll ein, managt die ökonomischen Prozesse.
Eine große, schmerzliche Zäsur in der Familie war 2002 der Unfalltod ihres 1983 geborenen Sohnes Tim, Tochter Winnie (Jahrgang 1987) ist ausgebildete Physiotherapeutin.