MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rosemarie und Gerhard Friedrich

Die Bausteinchen eines Gesamtlebenswerkes

Rosemarie und Gerhard Friedrich

Verkaufsstellenleiterin i. R.
Staatlich geprüfter Landwirt i. R.
Zschaitzer Str. 9
04720 Zschaitz-Ottewig
Fon: 034324 / 21161

Ein Gesamtlebenswerk setzt sich aus vielen Bausteinchen zusammen. Zu den Säulen zählen Freude, Arbeit, bewältigte Probleme und natürlich die Liebe, welche bei Friedrichs derzeit schon 53 Jahre lang anhält. Die elementarsten Grundpfeiler zeigen sich allerdings in erster Linie in der Familie sowie in ihrer wunderschönen Bleibe, die ein wahres Schmuckstück wurde. Die Söhne Frank und Silvio, die Enkel und ein Urenkelkind sind das Wertvollste, doch nach vieler Arbeit verwandelte sich die alte Post des Ortes in ein bezauberndes Eigenheim, in welchem die Pensionäre glücklich leben können. Rosemarie Friedrich wurde am 13.09.1942 in Panten geboren. Gräuel und Schrecken des Krieges sowie die entsetzliche Flucht verfolgen noch heute. 1957 begann sie beim Konsum in Goselitz ihre Ausbildung zur Verkäuferin, arbeitete im Beruf und pausierte für ihre Söhne. Anschließend begann sie erneut beim Konsum und 1976 war der große Augenblick gekommen. Die Familie zog nach Ottewig in ihre Post, die sich nun herausgeputzt hatte. Sie übernahm die Verkaufsstellenleitung eines Schuhgeschäftes, wechselte 1978 in die Verwaltung der zwischenbetrieblichen Bauorganisation sowie 1981 in den Verwaltungsbereich der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Zschaitz. Mit Auflösung der LPGs kehrte Rosemarie Friedrich zum Ursprung zurück, arbeitete als Verkäuferin im Lebensmittelbereich und erkrankte 1992 schwer. Der Arbeit nachzukommen, war nicht mehr möglich und sie bezog Berufsunfähigkeitsrente. Ehemann Friedrich wurde am 28.09.1938 in Lutherstadt Eisleben geboren. Vater war Inspektor eines Rittergutes und betrieb nach dem Krieg Landwirtschaft. Bei ihm absolvierte er seine Lehre zum Landwirt. Den Eintritt in die LPG wollten Friedrichs 1958 verweigern – ein aussichtsloses Unterfangen. Gerhard Friedrich besuchte von 1958–1961 die Fachschule in Döbeln und erhielt den Abschluss als staatlich geprüfter Landwirt. Bis 1964 arbeitete er in Schmölln bei Altenburg, kehrte danach in den Kreis Döbeln zurück und arbeitete in der Verwaltung des Volkseigenen Gutes in Ebersbach, verantwortlich für den Bereich Planung, Abrechnung und Statistik. Mit der Weiterentwicklung der Kooperation Ostrau im Jahr 1969 und der schrittweisen Herausbildung eines juristisch selbstständigen Betriebes, dem Volkseigenen Gut Pflanzenproduktion Ostrau, arbeitete er wieder in der Verwaltung für den Bereich der materiellen und finanziellen Planung, Abrechnung und Statistik bis zum Ende der DDR. Das Ende des sozialistischen Systems und die Übernahme – auch Angliederung genannt – durch die BRD, brachte viele neue Probleme für die Verwaltung des alten Betriebes. Das Wirtschaftssystem der BRD wurde regelrecht über die ehemalige DDR gestülpt und viele Betriebe, nicht nur die Landwirtschaft, standen vor riesigen Herausforderungen. Gerhard Friedrich war nun für den großen Flächenbestand des ehemaligen Betriebes verantwortlich, was unzählige Eigentumsfragen, Vermögensauseinandersetzungen u. v. a. m. mit sich brachte. Mit dem Ziel und der Hoffnung möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, kämpfte er voller Ehrgeiz um den Abschluss von Pachtverträgen mit den Eigentümern um damit die Basis der neu gegründeten Agrar AG Ostrau zu sichern. Diese Arbeit war eine enorme Herausforderung, machte ihm dennoch viel Spaß – bis zum Ende seines Arbeitslebens im Jahr 2002. Noch immer sind Rosemarie und Gerhard Friedrich körperlich und geistig aktiv und befinden sich jetzt in einer Lebensphase, in der die Zeit stehen bleiben könnte, doch das Gesamtlebenswerk hat wohl noch ein paar Bausteinchen zu bieten.
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