MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ingrid und Erhard Frenzel

Ordnung als Konzept der Lebensführung

Ingrid und Erhard Frenzel

Herrenschneiderin i. R.
Sattler und Schmelzer i. R.
Berghäuser 8
04749 Ostrau OT Kiebitz
Fon: 034362 / 33772

„Ordnung ist das halbe Leben!“ Diese Worte hielten sich Frenzels stetig vor Augen. Sie sind stolz darauf, in all den Jahren ihren Alltag in geordneten Verhältnissen gestaltet zu haben. Dieses Konzept der Lebensführung gipfelte letztendlich auch in innerer Balance, die für ein gesundes und erfülltes Leben unabdingbar ist. Geboren wurde Ingrid Frenzel am 02.12.1933 in Noschkowitz. Sie war das einzige Kind des Ortes, das ein Dreirad besaß.. Ihr Vater, der Schmied war, hatte es seiner Tochter gebaut. Da alle Kinder einmal darauf fahren wollten, schaute die kleine Ingrid ihrem Dreirad allerdings mehr hinterher als dass sie es selber nutzen konnte. Nachdem der Vater 1943 gefallen war, lebte die Familie beim Großvater und zog nach erneuter Ehe der Mutter in eine Mietwohnung. Sie absolvierte die Schule und ergriff nach Umzug nach Ostrau eine Lehre zur Herrenschneiderin. Für ihre Kinder Silvia, Ingolf und Uwe blieb sie zu Hause. Kindereinrichtungen gab es noch nicht. Zurück im Berufsleben, arbeitete sie bei der PGH Mode in Döbeln und kündigte im Jahre 1989. Ebenfalls betrieben Frenzels eine eigene Plantage mit riesigem Ausmaß. Ingrid Frenzel wollte sich verstärkt dem Obst- und Gemüseanbau sowie dem Verkauf widmen. Doch kurz danach kam die Wende. Die Läden waren übervoll, frühere Aufkäufer waren verschwunden und Ingrid Frenzel begab sich nach Bezug von Altersübergangsgeld in die Rente. Erhard Frenzel erblickte das Licht der Welt am 29.04.1933 in Obersteina. Gemeinsam mit den Kindern der umliegenden Dörfer besuchte er die Acht-Klassen-Schule, ließ sich in Mügeln zum Sattler ausbilden und stellte u. a. Pferdegeschirre, Flachriemen und vereinzelt auch Möbel her. Während eines Abstechers nach Leipzig erstellte er in mühevoller Handarbeit Lederfußbälle und verbrachte die Armeezeit beim Zoll. 1956 begann Erhard Frenzel in der zum VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerk gehörenden Gießerei. Er bildete sich zum Schmelzer weiter, arbeitete als Former und Schmelzer und produzierte Maschinenteile für die Industrie. Nach der deutschen Vereinigung begab er sich mit 57 Jahren in den Vorruhestand. Zum Rentnerleben gehört bei Erhard Frenzel die täglich Zeitungslektüre und noch immer werkelt und tüftelt er in der eigenen Werkstatt. Ingrid Frenzel bevorzugt dicke Bücher, die langen Lesestoff garantieren. Viele davon bekommt sie von ihren Schwiegertöchtern geschenkt. Ansonsten wünschen sich Frenzels nur, dass vier Enkel sowie zwei Urenkel sich genauso toll entwickeln wie ihre eigenen Kinder.
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