MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marlies Friedrich

Aus der Praxis für die Praxis

Marlies Friedrich

Sollnitzer Str. 26
06772 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 26664

Als Kind eines Ingenieurs und einer Krankenschwester 1941 geboren, nahmen die Eltern Einfluss auf die berufliche Orientierung der jungen Marlies. Krankenschwester sollte auch sie werden und so fand sie sich nach dem Abschluss der 10. Klasse bei den Franziskaner-Schwestern in einem Katholischen Krankenhaus im Eichsfeld wieder, machte die ersten Schritte in der Krankenpflege. Von dort über das Krankenhaus Elsterwerda (1959–1961) führte der Weg an die Medizinische Fachschule nach Cottbus, wo sie 1961–1963 ihr Krankenpflege–Examen absolvierte. Im Anschluss arbeitete sie in einer Klinik als OP-Schwester, bevor sie 1964 an die Universitätsklinik nach Leipzig wechselte. „Dort bin ich 43 Jahre hängen geblieben...“, berichtet sie heute etwas lax über Jahrzehnte harter Arbeit, die als Krankenschwester in der Inneren Medizin begannen, als Schwester auf Station und als Schwester in einem großen chirurgischen Operationssaal weitergingen. Sie qualifizierte sich zur OP-Schwester und Stationsleitung, bekam die OP-Leitung in der neu gegründeten Urologie. 1982–1986 studierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin, schloss als Diplom-Krankenschwester ab. Zurückgekehrt bot man ihr die Stelle als Oberin an – heute heißt das Pflegedirektorin – die höchste Stufe, die man im Pflegedienst überhaupt erreichen kann. Diese Tätigkeit übte sie bis zum Erreichen des 65. Lebensjahres und Eintritt in die Rente aus (2006). Mit Eröffnung der Grenzen war das eine besondere Herausforderung, hatte doch viel medizinisches Personal die neuen Möglichkeiten genutzt in die alten Bundesländer zu gehen und die medizinische Versorgung musste trotzdem vollumfänglich garantiert werden. Dem gegenüber standen Berufsgruppen – wie die Hebamme –, die nicht mehr in vollem Umfang benötigt wurden. Umschulungen zum Pflegepersonal standen auf dem Programm und mussten manches Mal auch gegen Widerstände durchgesetzt werden. Für ihre anspruchsvolle Arbeit wurde Marlies Friedrich fünfmal als Aktivistin, sowie mit der Hufelandmedaille in Silber und der Ehrenmedaille der Universität Leipzig ausgezeichnet. Heute gibt sie ihr umfangreiches Wissen als Dozentin weiter am IBK Halle und dem Deutschen Erwachsenenbildungswerk in Leipzig. Dabei profitieren die Studenten von ihrer ganz persönlichen, umfangreichen beruflichen Erfahrung durch Tips am Rande – aus der Praxis für die Praxis. Bedauerlich findet Sie, dass nach der Wende die Achtung vor dem Beruf des Krankenpflegers abhanden gekommen ist und findet, dass das früher übliche Pflichtjahr des zukünftigen Arztes in der Pflege eine gute Grundlage war für die Achtung des Berufsstandes der Krankenschwester. Privat musste sie erleben, wie hilflos auch sie als medizinische Fachkraft war, als ihr Lebensgefährte Hans Heinrich Bessel nach 20 gemeinsamen Jahren an Krebs erkrankte und den Kampf gegen diese Krankheit verlor. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Vorstand der Interessengemeinschaft „Bungalowsiedlung am Möhlauer See“ e. V.
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