MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Lothar Franze

„Der Humor ist der Regenschirm der Weisen“ (Erich Kästner)

Lothar Franze

Lehrer
Gebietsverkaufsleiter
Ehrenpräsident des Verbandes Sächsischer Carneval (VSC)
Heinrich-Freitäger-Str. 7
01662 Meißen

Die Kindheit des am 20.07.1936 geborenen Sohnes eines Fleischermeisters stand unter keinem guten Stern. 1939 wurde Lothar Franze‘s Vater zum Kriegsdienst einberufen. 1942 fiel er in der Ukraine und seine Mutter trug nun die alleinige Verantwortung für Sohn Lothar und seine beiden älteren Schwestern in schwerer Kriegs- und Nachkriegszeit. Am 20.07.1944 wurde Lothar Franze acht Jahre alt. Er erinnert sich an diesen Tag ganz besonders, denn es war der des Attentates auf Hitler. Er berichtet: „Wir saßen zusammen, verfolgten die Sondermeldungen und waren erschüttert, ‚was man unserem Führer angetan hatte‘ – so empfanden wir damals. Nach Kriegsende wurde mein Großvater wegen Parteizugehörigkeit verhaftet, nach Kamenz, Bautzen und Polen verbracht und dort erschlagen.“ Dem jungen Lothar blieb das alles unverständlich und deshalb nachhaltig prägend: Sein Großvater war nicht politisch aktiv, hatte bei Nacht und Nebel russische Gefangene mit Essen versorgt, heimlich eine verletzte Zwangsarbeiterin gepflegt und wurde doch erschlagen?! Die Oma riet: „Lerne daraus, gehe nie in eine Partei!“. Aber der Junge traf seine eigenen Entscheidungen, wurde später Jungpionier und Freundschaftsratsvorsitzender. Das ermöglichte ihm den Besuch der Oberschule und das Abitur 1954. Doch für die Kasernierte Volkspolizei ließ er sich nicht werben. Er begründete das mit dem Schicksal von Vater und Großvater. Eine Zulassung zum Medizinstudium blieb ihm deshalb versagt. 1954–1958 studierte er stattdessen an der Pädagogischen Hochschule Potsdam, wurde Lehrer (Chemie und Biologie). An der EOS Neugersdorf nahm er die Arbeit auf, blieb 22 Jahre dort tätig. Er war ein Gründungsmitglied des „Klub der Intelligenz“ und gründete 1964 den Karnevalsverein Neugersdorf mit. Mit der Perspektive in Afrika als Lehrer eingesetzt zu werden absolvierte er 1966 / 1967 ein Englisch-Studium an der Humboldt Universität zu Berlin. Die Bedingung für den Auslandseinsatz – Parteizugehörigkeit – erfüllte er um sein Ziel nicht zu gefährden und wurde trotzdem dann nicht delegiert, weil er ledig war. 1969 heiratete er eine Ungarin (geschieden 1985). 1971 wurde Sohn Lothar geboren (verstorben). 1972–1975 agierte Lothar Franz neben seiner beruflichen Arbeit als Mannschaftsleiter einer Sektion Fußball. Seit 1980 in Dresden lehrend, musste er 1982 aus gesundheitlichen Gründen den Schuldienst (Berufsunfähigkeit) quittieren. Im Bezirkskabinett für Kulturarbeit des Bezirkes Dresden trug er jedoch bereits Verantwortung als Vorsitzender des Bezirksarbeitskreises Karneval. 1982–1985 wurde er nun auch noch Manager eines Tanz- und Schauorchesters. Danach im Dresdner Jugendhotel Schloss Eckberg als Kulturdirektor tätig, wechselte Lothar Franze wenige Monate später in eine Jugendherberge und wurde danach in der Verwaltung des Bezirksinstituts für Veterinärwesen tätig. Nach der Wende war er Handelsvertreter und Gebietsverkaufsleiter der Fritz Homann Lebensmittelwerke GmbH und Co. KG. – bis zum Eintritt in den Ruhestand 1996. Im März 1990 zum Präsidenten des neugegründeten Verbandes Sächsischer Karnevalisten gewählt, sorgte Lothar Franze für den Anschluss der sächsischen Karnevalisten an den Bund der Deutscher Karneval (BDK). Für sein 30-jähriges Ehrenamt wurde er mit der höchsten Auszeichnung des Karnevals – dem Ehrenorden des BDK in Gold geehrt. In zweiter Ehe mit Hella (Finanzökonomin) verheiratet, berichtet er abschließend: „Ich bin Einkäufer, Koch, Pfleger, Tröster....denn meine Frau ist schwer erkrankt. Aber ich mach das selbstverständlich und gerne.“
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