MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waldtraut und Wolfgang Freier
Bodenständig, zuverlässig und heimatverbunden
Feinstrumpffacharbeiterin
Spitzendreher
Krumhermersdorf 82
09405 Zschopau
Den 4. Oktober 1946 wird Waldtraud Freier aus Krumhermersdorf bei Zschopau niemals vergessen. Damals war die heutige Rentnerin aus Sachsen neun Jahre alt und ihr Vater kehrte aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause zurück. Dass zu Weihnachten ein Christbaum endlich wieder angeputzt in der guten Stube stand, war für sie und ihren fünf Jahre älteren Bruder wohl ein glücklicher Tag, erzählt Waldtraud Freier rückblickend. Ihren Ehemann Wolfgang hatte sie auf dem Tanzsaal im „Stern“ in Zschopau kennengelernt. Beide heirateten 1956. Ein Jahr später kam Sohn Falko (geboren 1957, studierter Ingenieurökonom, drei Kinder) zur Welt. Sohn Thomas wurde 1967 geboren und ist heute in der Behindertenwerkstatt Waldkirchen beschäftigt. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern“, erklärt die gelernte Feinstrumpffacharbeiterin Waldtraud Freier stolz. Nach der 8. Klasse erlernte sie diesen Beruf und arbeitete bis zur Wende im Esda Strumpfkombinat. Als ihre Mutter, eine sehr tüchtige Frau, der Waldtraud viel zu verdanken hat, schwer erkrankte, hörte sie mit 54 Jahren auf zu arbeiten und versorgte auch noch ihren Vater liebevoll. Das war zur Wende und Waldtraud, die sehr gläubig ist, fand nie wieder eine feste Anstellung. Das Haus, in dem sie heute noch mit ihrem Wolfgang lebt, ist ihr ein und alles. Die bodenständige Frau, die die Natur, den Wald und die Pilze liebt, würde nie von hier fort gehen. Sie ist stolz auf ihr Elternhaus und ebenso wie Ehemann Wolfgang traditionsbewusst. Als ihr Vorbild nennt Waldtraud Freier außerdem noch ihren naturverbundenen Großvater Paul Mehner. Wolfgang Freier erblickte 1935 in Zschopau das Licht der Welt. Er hatte eine gute Kindheit, wurde mit seinem Zwillingsbruder viel von der Großmutter betreut, denn seine Eltern arbeiteten im Strumpfwerk und im Motorradwerk. Zusammen mit anderen Kindern spielte er in der heimischen Siedlung und sang in der erzgebirgischen Singegruppe „Zschopauer Lerchen“ sogar im Rundfunk. Wolfgang Freier lernte nach seiner Schulzeit den Beruf des Spitzendrehers, bevor er 1954 drei Jahre zur Marine ging. Danach arbeitete er von 1957-1964 im Motorradwerk und später stieg er als Maschinist und Kraftfahrer bis zur Wende bei Haugke Bau in Krumhermersdorf ein. Anschließend folgte der sogenannte Altersübergang bis zur Rente. Zusammen mit seiner Frau Waldtraud will Wolfgang Freier noch lange gesund älter werden und weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen. Beide sind sie sehr pflichtbewusst, das wurde ihnen von ihren Vorfahren in die Wiege gelegt. Sie schätzen Verlässlichkeit und Treue, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft an anderen Menschen und besitzen selbst diese kostbaren Eigenschaften.