MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred und Irmgard Franz

„Mit dem Herzen zu denken, ist die rechte Tat für die Menschen.“ (Albert Schweitzer)

Manfred und Irmgard Franz

Heideblick 15
06773 Schköna
Fon: 034955 / 21824

Der Klassenlehrer hielt den 1941 Geborenen für prädestiniert Lehrer zu werden und „...so wurde ich Lehrer und fand später Gefallen daran...“ erzählt Manfred Franz davon wie er zu seinem Beruf kam. Bereits nach der 8. Klasse wechselte er an das Institut für Lehrerbildung in Weißenfels wo er zum Unterstufenlehrer ausgebildet wurde. Nach Beendigung der Ausbildung absolvierte er einen freiwilligen Armeedienst (1961–1963), den er auf dem Flugplatz Cottbus ableistete. An die Polytechnische Oberschule Gräfenhainichen delegiert, erlebte er hier seine ersten Praxisjahre. Insgesamt durchlief er in dem Ort drei Schulen, bevor er ab 1991 Direktor einer Schule in Radis wurde. Zwei Fernstudien (Leipzig: Werken und Polytechnik / Halle: Mathematik) absolvierte er zur eigenen Weiterbildung. Die politische Wende in der DDR erlebte Manfred Franz mit Interesse für die erwarteten Veränderungen. Als die Neuorganisation des Schulwesens der ehemaligen DDR zur Ablösung von Direktoren, Entfernung von SED-Genossen und Pflicht zur Neubewerbung führte, konnte er entspannt bleiben und sich bald den neuen Aufgaben als Schuldirektor stellen. „Man musste sich jedoch in vielen Dingen umstellen. Es herrschte Unruhe. Nichts lief mehr planmäßig. Vieles gestaltete sich anders. Jedes Jahr gab es neue Erlasse und Richtlinien..... – eine Herausforderung für den gesamten Lehrkörper“ erzählt er über die Zeit danach. Zwölf Jahre war er noch im Amt, trat 2003 in den Ruhestand – gleichzeitig mit Schließung der Schule, die zuvor noch aufwendig und teuer umgebaut worden war. Der ehemals aktive Fußballer hielt sich beim Lehrersport fit für den Alltag. Das kam ihm nun zu Gute, denn 1995 hatte die Familie ein Haus gekauft und die Arbeiten am Grundstück forderten nun seinen Einsatz. Der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand war somit kein Problem für ihn. Auch nicht für seine Ehefrau Irmgard, als sie 1999 aus dem aktiven Arbeitsprozess ausschied. Tochter Manuela (geb. 1965) hatte gerade das zweite Enkelkind zur Welt gebracht, da konnte sie sich gut einbringen. Sie selbst wurde 1942 als Tochter von Landwirten in Ostpreußen geboren. 1947 musste die Familie die Heimat verlassen. Über verschiedene Lager gelangten sie zu Verwandten in Holzweißig. Hier besuchte sie die Schule, bevor sie in Bitterfeld eine Lehre bei der HO (Handelsorganisation) absolvierte und Buchhalterin wurde. Durch Heirat 1964 nach Schköna gekommen, arbeitete sie folgend im BKK (Braunkohlekombinat) im Lohnbüro und in der MSR-Bau Hoch und Tiefbau GmbH Gräfenhainichen in der Buchhaltung und der Kasse. 1999 führte die Insolvenz des Betriebes für sie zur Arbeitslosigkeit. Mit Abzügen konnte sie schließlich vorzeitig in die Rente gehen. Gemeinsam haben die Eheleute viele Reisen unternommen, sind viel in den Bergen Südtirols gewandert. Heute sind die Touren kürzer geworden – dem Älterwerden geschuldet. Der Garten ist jetzt freudvolle Beschäftigung. Lesen, malen und Radtouren entspannen die beiden. Manfred Franz war mit Leib und Seele Lehrer, berichtet er und davon, dass dies wohl auch von seinen Enkeln wahrgenommen wurde: Beide sind indessen in seine „pädagogischen Fußstapfen“ getreten bzw. dabei es zu tun. „Unsere Tochter und unsere Enkel wissen genau was sie wollen und haben schon viel erreicht...“ resümieren die Eheleute stolz und glücklich. Dass die Politiker die Nähe zu ihren Wählern verlieren und schlussendlich Entscheidungen dazu führen, dass Rechtsextremismus auf dem Vormarsch ist, beunruhigt Familie Franz etwas. Sie wünschten sich mehr Umsicht und Verständnis für die Sorgen und Nöte der Menschen und mehr Augenmerk auf die Probleme in deren Alltag.
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