MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Jürgen Franz

Das Leben nehmen, wie es kommt

Jürgen Franz

Fahrzeugschlosser
Ziegeleistr. 2
09244 Lichtenau OT Merzdorf

Der Hof der Eltern in Merzdorf (Mittelsachsen) bestimmt das Leben von Jürgen Franz bis heute, obwohl er sich nicht für eine landwirtschaftliche Ausbildung entschied. Geboren 1964 in der nahen Stadt Frankenberg, wuchs er mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester auf. Die Eltern waren bereits 1960 der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) beigetreten und Jürgen Franz bedauerte, dass 1967 das letzte Pferd auf dem Hof verkauft werden musste, denn 1965 war mit der Umwandlung der LPG zum Typ III auch der Großteil des Viehs vergenossenschaftet worden. Doch galt es neben dem Schulbesuch für die Kinder immer noch Heu für das Kleinvieh zu machen und die Schafe zu versorgen. Zur Polytechnischen Oberschule (POS) ging es meist mit dem Fahrrad die rund vier Kilometer nach Niederlichtenau. 1981 schloss er mit der 10. Klasse den Schulbesuch ab. Als er sich um eine Ausbildung zum Landmaschinenschlosser bewarb, verlangte man von ihm, sich für drei Jahre zum Armeedienst zu verpflichten. Als er dies ablehnte, wurde es nichts mit der Stelle. Doch das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) im damaligen Karl-Marx-Stadt akzeptierte ihn, so dass er als Lehrling beginnen konnte. Doch auch während der Zeit beim RAW kamen die Werber für die Nationale Volksarmee (NVA). Jürgen Franz widerstand. Als er kurz vor Erreichen der diesbezüglichen Altersgrenze damit rechnete, noch zum anderthalbjährigen Pflichtwehrdienst eingezogen zu werden, verhinderte das abzusehende Ende der DDR, dass er überhaupt in der Armee dienen musste. Inzwischen hatte der ausgelernte Fahrzeugschlosser beim RAW in der Produktion von Neuteilen angemessene Arbeit gefunden, konnte dies fortsetzen, als das nunmehrige Ausbesserungswerk Chemnitz von der Deutschen Bahn AG betrieben wurde. Als 2003 die Belegschaft dramatisch reduziert wurde, landete er mit vielen seiner Kollegen in einer Auffanggesellschaft, durchlebte Praktika bei der zur Raiffeisengenossenschaft gehörenden BHG Hainichen und im Bauhof von Frankenberg. Die BHG bot ihm anschließend, mehrmals und jeweils saisonal und zeitlich befristet, Minijobs. Auch konnte er Gelegenheitsjobs in einem Dienstleistungsbetrieb bzw. beim Austragen von Zeitungen und Zeitschriften wahrnehmen. Doch seit seine Mutter zum Pflegefall wurde (der Vater war schon vorher verstorben), kümmert sich Jürgen Franz ausschließlich um diese, seine Hilfsbereitschaft sichert der Mutter den Alltag. Dazu sorgen die Tiere auf dem Hof, die Enten, Hühner und Schafe sowie eine Mutterkuh für einen ausgefüllten Arbeitstag.
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