MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dorlis Freitag
Immer für ihre Lieben da
Torgauer Str. 30
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 22383
Dorlis Freitag, geb. Sandke, wurde am 04.08.1938 in Trebichow, Kreis Crossen / Oder (jetzt Polen) geboren. Vater Erich arbeitete als Autoschlosser, kam 1942 verwundet aus Afrika zurück und musste im Lazarett in Dillingen (Bayern) beinamputiert werden. 1945 floh die Familie zusammen mit den Nachbarn und deren Auto über Luckau nach Bad Düben. „Meine Eltern wollten eigentlich in Richtung Bayern, da es dort Bekannte gab, die uns geholfen hätten, aber zwei Tage bevor wir über die Mulde mussten, ist die Brücke gesprengt worden und hat derartige Pläne zunichte gemacht“, erinnert sich Dorlis. „Mein Vater bekam dann Arbeit, meine Mutter Hildegard half beim Bauern und wir lebten bei einem älteren Ehepaar in einer kleinen Dachkammer, bevor wir 1947 ein Zimmer mit Küchenbenutzung zugewiesen bekamen“, erzählt sie weiter. Dorlis Freitag besuchte acht Jahre die Schule in ihrer neuen Heimatstadt Bad Düben und absolvierte im Anschluss eine 2,5-jährige Lehre als Großhandelskauffrau in der BHG. „Nach meiner Ausbildung wurde ich übernommen und habe zehn Jahre in diesem Betrieb gearbeitet. Von 1959–1963 habe ich hier sogar die Leitung übernommen“, berichtet sie. 1960 heiratete Doris ihren Mann Werner Freitag, einen Steinmetzmeister. Mit Volker (*1962) und Rita (*1965) hat das Paar zwei Kinder. Mittlerweile gehören auch vier Enkel und ein Urenkel zur Familie. Werner Freitag war seit 1982 Invalidenrentner und verstarb 2007. „1975 wurden wir mit unserem Betrieb mit noch drei anderen Gewerken zu einer PGH zusammengeschlossen. Ich habe dreißig Jahre lang die gesamten Büroarbeiten des Bereiches Steinmetz ausgeführt. Nach der Wende bis 1990 wurde die PGH aufgelöst. Ab 1990 hat der Bruder Heinz meines Mannes den Betrieb übernommen. Ich war hier dann noch bis 1998 weiter tätig. Bis 1993 habe ich parallel auch noch in der Versicherungsbranche gearbeitet und bin 1998 in Rente gegangen“, berichtet Dorlis Freitag, die auch ihre Mutter bis zu deren Lebensende 2007 pflegte. „Nach getaner Arbeit wartete dann ein großer Garten und das gefiederte Hobby meines Mannes. Er hat bis 2003 Altenburger Trommeltauben und Hühner gezüchtet. Ich bin bis heute noch Schriftführerin im Geflügelverein“, schmunzelt sie. Dorlis Freitag genießt das harmonische Miteinander, dass sie mit ihren Kindern und Enkeln verbindet. Die Gartenarbeit ist aufgrund des Alters etwas schwieriger geworden, aber lesen oder die rege Kontaktpflege zu Freundinnen und lieb gewonnenen Bekannten gestalten den Alltag noch immer abwechslungsreich. Getreu ihrem christlichen Lebensmotto: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht“ findet sie immer wieder Kraft in ihrem Tun und schaut optimistisch auf die nächsten Jahre. „Mein größter Wunsch ist natürlich Gesundheit“, verrät Dorlis Freitag und lässt dabei die Bilder ihres entbehrungsreichen, aber auch zufriedenen Lebens im Kreise ihrer Familie noch einmal Revue passieren.