MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Franke

„Ich habe vor und nach der Wende so gelebt, dass ich zufrieden war“

Siegfried Franke

Guldenstr. 3
06132 Halle / Saale
Fon: 0345 / 94968909

Der am 21.04.1944 geborene Siegfried Franke verlebte seine Kindheit in einer schweren Zeit. Nicht nur Krieg und Wiederaufbau nach diesem, prägte die Menschen. In seinem Fall musste die Mutter nach der Scheidung vom Vater zudem ihn und seinen Bruder alleine aufziehen. Eigene Träume, Pläne und Entwicklung mussten da zurückstehen, als Arbeiterin fristete sie ihr karges Leben, immer bedacht es den beiden Jungen an nichts fehlen zu lassen. Nach dem Abschluss der 8. Klasse fehlten dem jungen Siegfried vorerst die Ideen, wohin sein beruflicher Weg einmal gehen sollte. Sein Großvater – selbst im Bergbau (Kupferschiefer) tätig – drängte ihn in diese Richtung mit den Worten: „Junge, werde du Bergmann. Da bist du da unten immer im Warmen und verdienst dein tägliches Brot.“ So begann er also eine Bergmannslehre, die er jedoch auf Grund schwerer Erkrankung abbrechen musste – Bergbauuntauglich geschrieben. Viele Jahre zogen sich Erkrankung, Suche nach der Ursache und Behandlung hin. Dann endlich schien seine Gesundheit wieder hergestellt zu sein. Sechs Jahre lebte er in dieser Überzeugung, danach durchlebte er erneut viele Jahre zwischen Hoffnung auf Heilung und Enttäuschung weil das nicht gelang. 1985 wurde dann endlich die Ursache gefunden: Der Metallsplitter eines chirurgischen Instrumentes, der seit ca. 20 Jahren im Beinknochen war – Folge einer lang zurückliegenden Operation. Davon operativ befreit, endete endlich die leidvolle und schmerzvolle Zeit, die ihn in jeglicher Entwicklung behindert hatte. Als Kraftfahrer und Beifahrer hatte er in jungen Jahren deshalb sein Geld verdient, verbunden mit schweren körperlichen Transportvorbereitungsaufgaben. Ca. 220 Mark war sein Monatsverdienst und so war er froh, als er ein Angebot zum Wechsel in einen anderen Betrieb erhielt mit einer besseren Verdienstmöglichkeit. Ungefähr 50 Mark mehr waren eine Menge Geld für einen jungen Mann, der gerne eine Familie gründen wollte. Mit einem K 27 fuhr er nun für die Firma Hallesche Drogisten, belieferte alle Drogerien im Umfeld mit Waren. Erneut abgeworben mit der Aussicht auf finanzielle Entwicklung, fing Siegfried Franke später in der Maschinenfabrik Halle, Bereich Gießerei, an. Dass er in diesem Betrieb seine spätere Frau kennenlernte (Kernmacherin in der Gießerei) war Glück obendrein. „Sie ist 10 Jahre älter, hat drei Kinder mit in die Ehe gebracht (Detlef, Sabine und Lutz), aber das hat uns nicht gestört. Wir haben uns gefunden, geliebt und ein schönes Leben aufgebaut“, erzählt Siegfried Franke liebevoll und auch davon, dass Waltraud Franke indessen in einem Pflegeheim betreut werden muss. Siegfried Franke verbrachte seine letzten Arbeitsjahre im Bereich TKO im Betriebszweig Döllnitz des Maschinenwerkes Halle und erlebte mit seiner Frau nach der Wende auch die Arbeitslosigkeit. Trotzdem ist er nicht unzufrieden mit den Veränderungen. Diese haben den Eheleuten durch die Reisefreiheit ermöglicht, den Bruder von Waltraud Franke in Hannover besuchen zu können. Seine Freizeit nutzt Siegfried Franke seit vielen Jahren innerhalb des Angelvereins Halle Nord. Jeden Sonntag geht er seit Jahrzehnten in die Kirche. Früher begleitete ihn seine Frau dabei. An Mutter Gertrud erinnert er sich bis heute mit Achtung, Respekt und Dankbarkeit. Sie hat ihn am meisten unterstützt. Jetzt wünscht er sich noch lange gesund am Leben teilhaben zu können und ist zufrieden mit dem was ihm dieses Leben geschenkt hat.
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