MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ursula und Horst Folta
Glückliche Jahre im Traumberuf
Lehrer-Ehepaar
Hauptstr. 47
06800 Raguhn-Jeßnitz
Seit 1995 wohnt die Familie wieder in dem Jeßnitzer Elternhaus, in welchem Ursula Folta mit Bruder und Schwester groß geworden ist. 1948 war sie, Tochter eines Lehrers und einer Sparkassenangestellten im nahen Wolfen zur Welt gekommen. In Jeßnitz schloss sie die 10. Klasse an der dortigen Polytechnischen Oberschule (POS) ab, absolvierte dann eine Berufsausbildung mit Abitur in der Filmfabrik Wolfen, war nun Facharbeiterin für Filmherstellung, entschied sich aber für den Traumberuf und studierte von 1967 bis 1971 an der Berliner Humboldt-Universität Pädagogik mit den Schwerpunkten Mathematik und Englisch. Zum Ende des Studiums war sie schon im Ehestand (Ursula und Horst Folta hatten sich als Schülerbetreuer im Waldbad Zschornewitz kennengelernt, Heirat 1970). So konnte sie bei der Absolventenlenkung auf der heimatlichen Region beharren, begann an der 11. POS von Dessau zu unterrichten. Horst Folta (ebenfalls Lehrer und zuvor in Bitterfeld tätig) wechselte an die 5. POS derselben Stadt. In Dessau-Süd fand sich eine Wohnung für die junge Familie, zu der ab 1972 Sohn Jörg und ab 1974 Tochter Ulrike gehörten. Als Mathematik- und Englischlehrerin hatte Ursula Folta glückliche Berufsjahre, während Horst Folta (Jahrgang 1940, einst in Prag geboren), der nach dem Acht-Klassen-Abschluss durch ein Studium in Halle zum Unterstufenlehrer ausgebildet worden war, sich bald durch Fernstudien in Physik und Astronomie, für die höheren Klassenstufen, spezialisierte. Frau Ursula wechselte in den neuen Strukturen nach dem Ende des DDR-Systems auf das Gropius-Gymnasium Dessau, gab seitdem fast ausschließlich Englisch-Unterricht. Ein Fulbright-Stipendium ermöglichte bei einem sechswöchigen Aufenthalt an der University of California den Austausch mit Kollegen aus anderen Ländern und eine Reise entlang der West- und Ostküste der USA, es blieben prägende Erinnerungen und Freundschaften. Ihr Mann unterrichtete zuletzt am Europa-Gymnasium in Dessau. Im etwas vorzeitigen Ruhestand ab 2006 wirkte Ursula Folta noch mehrere Jahre für Schulbuchverlage als Referentin bei Fortbildungsveranstaltungen. In der Jugend war Ursula Folta im Gerätturnen sportlich unterwegs. In Dessau schloss sie sich wie ihr Mann einer Volleyballgruppe an. Seit einigen Jahren gehört Ursula Foltas Liebe nun dem Chorgesang. Anfangs sang sie im Volkschor „Muldeklang“ Jeßnitz, dann kam der Wolfener Kirchenchor auf sie zu, heute begeistert sie sich zusätzlich noch an den Proben und Auftritten mit dem Friedrich-Schneider-Chor Dessau. Sie engagiert sich im Heimatverein Jeßnitz, regte für die örtliche Grundschule die Namensgebung nach dem in Jeßnitz geborenen Dichter Hermann Conradi an und gestaltete Programme mit Werken des Dichters. Das Ehepaar Folta freut sich über das erste Enkelkind.