MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Barbara Franke
„Bäume sind für den Schatten da, Kinder fürs Alter.“ (Fernöstliche Weisheit)
Wildenhainstr. 26
04838 Doberschütz OT Battaune
Fon: 034244 / 60365
Als Tochter eines Schlossers / Elektrikers und einer Hausfrau wurde Barbara Franke 1953 in dem Haus geboren, in dem sie heute noch wohnt und das einst der Schwester ihrer Oma gehörte. Sie liebte es als Kind bei den Großeltern zu sein, die einen landwirtschaftliche Hof mit Tieren hatten. Daraus resultierte der Wunsch einen entsprechenden Beruf zu ergreifen. Pferdewirtin wäre sie gerne geworden. Doch es kam anders. Nach Beendigung der 10. Klasse trat sie 1970 für zwei Jahre eine Lehrstelle zur Verkäuferin bei der HO (Handelsorganisation) an. Im Malerbedarf, einer Drogerie, einem Heimwerkerhandel wurde sie eingesetzt, zeitweise auch als Verkaufsstellenleiterin. Private Veränderung zogen beruflichen Wandel nach sich. Barbara Franke hatte geheiratet (die Ehe wurde später geschieden), die Kinder Claudia (geb. 1974, im Transportwesen tätig) und Daniela (geb. 1977, in der Landschaftspflege tätig) wurden geboren. Die familiären Aufgaben und Verpflichtungen in der Kinderbetreuung und -erziehung führten zum Arbeitsplatzwechsel. Barbara Franke wurde Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft. Mit Partner Manfred (Landwirt) fand sie zweites Glück. 1986 wurde geheiratet, 1989 Sohn Sebastian geboren. Er trat später in die Fußstapfen des Vaters, ist heute ebenfalls Landwirt. Dass auch diese Ehe nicht von langer Dauer war, ist mit dem Tod von Manfred Franke im Jahr 2010 begründet. Barbara Franke ist trotzdem nicht alleine, denn Sohn und Tochter Daniela wohnen mit auf ihrem Hof und zwei Enkel bereichern indessen zudem die Familie. Im Jahr 1982 nahm Barbara Franke erneut die Chance auf Veränderung wahr. Die Arbeitszeiten im Handel waren mit der Versorgung der Familie nicht gut konvertibel. „Ich kam oft sehr spät nach Hause, von meinen Kindern hatte ich gar nichts mehr“ erzählt sie davon und berichtet weiter, dass ein Nachbar ihr eine Empfehlung für eine Neuorientierung gab. In der nahe gelegenen Oberförsterei wurde eine Sachbearbeiterin gesucht. Die Arbeitszeiten lagen in der Normalschicht. Kurzer Arbeitsweg und zeitiger Feierabend ermöglichten um 16.00 Uhr zuhause zu sein. Barbara Franke bewarb sich erfolgreich, freute sich über die Vorteile, auch wenn es nun galt Neues hinzuzulernen, arbeitsmäßig ein fremdes Terrain zu betreten. Die Wende überstand sie vorerst unbeschadet, wechselte mit als 1993 die Oberförsterei dem Forstamt Doberschütz zugeordnet wurde. Hier war sie fortan als Holzrechner beschäftigt. Im Jahr 2006 führten weitere Strukturänderungen dazu, dass die Dienststelle zum Forstbezirk wurde. 32 km hatte sie nun zu ihrem Arbeitsplatz zurückzulegen und Umschulungen, Weiterbildungen wurden erforderlich, denn Barbara Franke war jetzt in der Finanzabteilung tätig. Bis 2017 war sie so im öffentlichen Dienst beschäftigt. Langweilig wurde es im Ruhestand für sie danach nicht. 1500 Quadratmeter Grundstück fordern ihren Tribut. Früher im Gemeinderat, im Chor und sportlich aktiv, sorgt sie heute einmal wöchentlich in einer Rentner-Sportgruppe für ihre Beweglichkeit und Gesundheit. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit Freunden und Hund Luna. Familientreffen sind besondere Tradition. Sie hat verinnerlicht, was ihre Eltern ihr einst nahelegten: „Vergiss es nie in deinem Leben, was deine Eltern dir gegeben. Behalt sie lieb dein Leben lang, das ist für sie der schönste Dank.“ Danach hat sie immer gelebt und gehandelt, das hat sie an ihre Kinder weitervermittelt. Reisen in die Heimat ihrer Großeltern (heutiges Polen), der Besuch von Cousins und Cousinen dort, ist schöne Abwechslung. Dass sie heute noch selbst mobil mit ihrem Auto ist, macht sie unabhängig von der immer schlechter werdenden Infrastruktur im ländlichen Bereich die sie sehr bedauert.