MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hildegard Fochtmann

Meisterstück: Zufriedenheit

Hildegard Fochtmann

Verwaltungsangestellte i. R.
Meinitz 3
04703 Leisnig OT Meinitz

„Zufriedenheit ist eine Kunst, zufrieden scheinen bloßer Dunst, zufrieden werden großes Glück, zufrieden bleiben Meisterstück.“ Diese Worte verwendete schon ihre Mutter und auch Hildegard Fochtmann, geboren am 30.04.1927 in Meinitz, hat dieses alte Sprichwort verinnerlicht. Doch nicht nur dies. Ihr ist es gelungen – das Meisterstück. Zu einem Opus ganz besonderer Art sollte jedoch die Geburt ihrer drei Töchter werden. Karin wurde Lehrerin, Gisela ist gelernte Textilfacharbeiterin und arbeitet heute in unterschiedlichen Berufen und Silke ist bei beim Döbelner Anzeiger beschäftigt. Fochtmanns waren immer sehr stolz auf ihre Mädchen, die Mama ist es bis heute und dass sie sich prächtig entwickeln konnten, ist vordergründig Hildegard Fochtmann zu verdanken. Ihren Gerhard heiratete sie 1953. Er war als Referatsleiter des Jugendamtes Döbeln beschäftigt und im Rathaus lernte sich das Paar auch einst kennen. Leider verstarb er schon 2002. Hildegard Fochtmann besuchte die Schule und absolvierte ein Pflichtjahr bei Bauer Lindner. Erst 14 Lenze zählend, wurde sie mit allen anfallenden Arbeiten betraut. Dabei lernte sie viel Wissenswertes, was ihr im späteren Leben zugutekam. 12 Monate verbrachte sie an der landwirtschaftlichen Berufsschule. Eine Lehrstelle fand sie beim Rathaus und widmete sich ihrer kaufmännischen Ausbildung an der Handelsschule. Bis 1954 arbeitete sie im Rathaus. Nach Geburt ihrer ersten Tochter entschied sie sich für eine Halbtagsstelle als Schulsekretärin. Nachdem ihre zweite Tochter geboren war, übernahm Hildegard Fochtmann den Aufkauf von Obst und Gemüse und als Nesthäkchen Silke in den Kindergarten kam, konnte sie Anfang der 1970er Jahre wieder als Schreibkraft beim Standesamt einsteigen. Doch es zog sie zurück an die Schule, an welcher sie bei ihrem Wiedereinstieg viele anfallende Arbeiten übernahm, bis sie erneut als Schulsekretärin eingesetzt werden konnte. Dort blieb sie bis zum Renteneintritt 1987 beschäftigt. Zwei Jahre später kam es zur deutschen Vereinigung und somit blieben ihr Arbeitsverlust, Zukunftsängste oder ähnliche Begleiterscheinungen erspart und sie konnte die damit einher gehenden angenehmen Dinge genießen. Noch oft denkt sie an ihren Gerhard, der ihr als ehrlicher, zuverlässiger, strebsamer und treuer Ehemann stets zur Seite stand und dem ihre ganze Bewunderung galt. Die Freizeit im Herbst des Lebens füllt sie vor allem mit unterschiedlicher Lektüre, wobei sie historische Romane bevorzugt und diese schenken ihr oftmals die Enkel. Die Sonntagnachmittage verbringt sie gerne mit guten Bekannten beim Rommèspiel.
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