MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne und Hans-Albrecht Frank

Ans Aufgeben dachte keiner

Marianne und Hans-Albrecht Frank

Veterinärmedizinisch-technische Assistentin i. R.
Textilingenieur und Schneider i. R.

01445 Radebeul

Marianne und Hans-Albrecht Frank kennen sich seit der Kindheit. 1970 heirateten sie. Geboren wurde Marianne Frank 1936 im oberschlesischen Hindenburg, dem heutigen Zabrze (Polen). 1943 kam sie in Breslau zur Schule. Um der verordneten Kinderlandverschickung (KLV) zu entgehen, wurde die Mutter mit drei Kindern nach Niederschlesien evakuiert. Von dort Flucht am 12. und 13.02.1945. „Obwohl es verboten war, durften wir im Februar 1945 im Packwagen eines Zuges mitfahren. Als wir in Dresden-Neustadt ankamen, begannen die Bombenangriffe. Unser Zug fuhr rückwärts aus dem Bahnhof heraus und wir waren gerettet,“ erzählt Marianne Frank. „Wir kamen nahe Dresden bei Verwandten unter. Ab Mai 1945 erhielten wir als Flüchtlinge keine Lebensmittelkarten mehr und mussten zurück nach Niederschlesien. Drei Wochen liefen wir zu Fuß durch die Kriegsgebiete und mussten von da aus erneut mit einem Treck nach Sachsen flüchten, wo wir im August 1945 Görlitz erreichten.“ Marianne Frank bestand 1955 die Abiturprüfung und lernte auf einer Fachschule in Rostock veterinärmedizinisch-technische Assistentin. Danach arbeitete sie im „Veterinär- und Tiergesundheitsamt“, das für die Lebensmittelkontrolle der Bevölkerung zuständig ist, in der Arzneimittelforschung und in einer Sanitätsschlachtstelle als Fleischbeschauerin. Aus gesundheitlichen Gründen schied Marianne Frank 1986 aus dem Berufsleben aus, wurde Invalidenrentnerin. Hans-Albrecht Frank kam 1938 im westfälischen Emsdetten zur Welt, ging 1944 in Coswig zur Schule. Drei Jahre später kehrte der Vater aus dem Krieg heim. Weil er Betriebsleiter einer Weberei war, galt er als „Kriegsverbrecher“, fand keine Arbeit. Deshalb machte er sich mit einer kleinen Weberei selbstständig. Nach Abschluss der 8. Klasse lernte Hans-Albrecht Frank 1952 bei seinem Vater Weber und blieb ein Jahr. „Obwohl mein Vater ‚Kapitalist’ war, durfte ich 1955 an der Ingenieurschule in Forst / Lausitz studieren. „Ich besaß nämlich das ‚Wilhelm-Pieck-Diplom’ für sehr gute schulische Leistungen. Trotzdem erkannte man meine Ingenieurarbeit nicht an. Ein Jahr später legte ich nochmals eine Ingenieurarbeit vor, diesmal mit Erfolg,“ schmunzelt Hans-Albrecht Frank. Da die Weberei des Vaters weniger Gewinn einbrachte, verkaufte er sie an ein Wissenschaftlich-Technisches Zentrum für die Entwicklung von technischen Textilien. Sohn Hans-Albrecht wurde dort Forschungsstellenleiter. „Eines Tages waren statt Gewebe technische Konfektionserzeugnisse, wie Zelte und Sprungpolster für die Feuerwehr nicht mehr gefragt. Deshalb musste ich Schneider lernen. 1983 kündigte ich und hielt mich mit dem Nähen von Surf-Segeln und als Fotograf über Wasser. Nach der Wende bekam ich als Selbstständiger keine Aufträge mehr. Deshalb entwickelte ich für eine Firma Feuerwehrzelte, bekam aber kaum Geld“, sagt Hans-Albrecht Frank, der mit 60 in Rente ging. Er ist Vater zweier Töchter; Marianne Frank Mutter eines Sohnes und beide sind Urgroßeltern!
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