MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christine Forner

Die rechte Hand vom Chef denkt mit

Christine Forner

Wirtschaftskauffrau
08523 Plauen

Die Plauenerin Christine Forner kam hier im Kriegsjahr 1942 zur Welt, die Fliegeralarmnächte im Keller bei der Oma blieben ihr davon in Erinnerung. Von 1949 bis 1959 konnte sie eine solide Schulbildung erwerben, schloss mit der 10. Klasse ab. Ihre zweieinhalbjährige Lehre zur Wirtschaftskauffrau absolvierte sie im örtlichen Schlachthof. Sie begann drei Jahre als Sachbearbeiterin, war dann einundzwanzig Jahre für den Direktor des Schlachthofes die Dame im Vorzimmer, die Herrin über den Terminkalender, mitdenkendes Gedächtnis. Einundzwanzig Jahre voller Einsatz, Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme, dann fand sie keine Befriedigung in der Sekretärinnenroutine mehr, entschied sich 1985 für einen kreativen Wechsel. Als Verkäuferin in der Boutique Bahnhofstraße des Traditionsunternehmens Plauener Spitze wurde sie nun kompetente Ansprechpartnerin für die qualitätsbewussten Kunden. Das lange auf dem Weltmarkt präsente volkseigene Unternehmen konnte nach der Wirtschafts- und Währungsunion 1990 nicht mehr kostendeckend produzieren, 1992 kam auch für Christine Forner das Aus in der Firma. Nach kurzer Arbeitslosigkeit verdingte sie sich für ein dreiviertel Jahr als Verkäuferin in einer Bäckerei, fand dann im Plauener Ableger des Möbelhauses Biller fordernde Aufgaben. Nach Schulungen konnte sie in Bilderabteilung und Kunstblumendekor als Beraterin tätig werden, war von Arbeitgeber und Aufgabenbereich positiv angetan. So blieb sie, bis gesundheitliche Probleme sie zwangen, dem Arbeitsleben adé zu sagen. Ihre Liebe zum kulturellen Reichtum des Lebens spiegelte sich in jungen Jahren als Akkordeonspielerin im Schulorchester, dann war der gemischte Betriebschor des Schlachthofes musische Heimat, sie und ihre Mitsänger sorgten für wertvolle Punkte im ökonomisch-kulturellen Leistungsvergleich des Kombinates, einer ebenso kuriosen wie andererseits sympathischen Besonderheit zu Zeiten sozialistischer Produktionsweise. Ihr Ehemann Karl-Heinz (Heirat 1962) ist leider vor sechs Jahren verstorben, Sohn und Schwiegertochter, beide selbstständig, sowie Enkeltochter leben ebenfalls in Plauen. Die Entscheidung, vor einiger Zeit in einem Mehrgenerationshaus ihr heutiges Domizil zu finden, hat sie nicht bereut. Viele Aktivitäten, wie das Miteinander beim Sport, Buchlesungen und andere Zusammenkünfte, lässt keine Einsamkeit überhand nehmen. Konzerte und andere Kulturveranstaltungen sogen für geistige Anregungen, auch das Internet möchte sie noch für sich entdecken.
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