MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. sc. Martin Fontius
Ein Leben für die Aufklärungsforschung
Literaturforscher
Spezialist für französische Aufklärung
Köpenicker Straße 266
12683 Berlin
Fon: 030 / 5145070
Für Martin Fontius begann die berufliche Laufbahn mit einer schwierigen Entscheidung. Geschichte hätte der 1934 in Jena Geborene gern studiert, aber die Distanz zur kämpferischen Art von Geschichtsschreibung schien ihm dann doch zu groß, Sprache faszinierte ihn und das Studium der klassischen und romanischen Philologie bot den günstigen und seinen ganzen späteren Lebensweg prägenden Ausweg, der zu hohen akademischen Ehren führte, obwohl anfangs nur der Oberstufenlehrer avisiert war. Nach dem Studium an der Universität Jena von 1953 bis 1958 wurde er zunächst für zwei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitäts- und Landesbibliothek Halle. Bereits 1960 wechselte er zur Akademie der Wissenschaften in Berlin, wo die Geschichte der deutschen und französischen Aufklärung sein Forschungsfeld wurde und er zum geachteten Spezialisten avancierte. Die Promotion zum Dr. phil. 1964 und die Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Wissenschaften (Dr. sc.) 1988 gingen seiner Berufung zum Professor 1989 voraus. Die Werner-Krauss-Medaille, verliehen von der Akademie der Wissenschaften, bezeugt sein Ansehen in der Welt der Geisteswissenschaften. Seit 1992 weitete sich das Arbeitsfeld als Direktor des Forschungszentrums Europäischen Aufklärung in Potsdam.
Akademische Forschung, Kommissionsarbeit und die Leitungstätigkeit prägten so sein berufliches Leben, in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen konnte Prof. Fontius seine Erkenntnisse und Forschungsergebnisse vorlegen und dazu beitragen, dass die französische Literatur der Aufklärung durch Leseausgaben zu Voltaire, Diderot und Rousseau dem Publikum zugänglich wurde. Immer noch wissenschaftlich sehr aktiv, liegt ihm viel daran, sein “Franzosenprojekt”, das im Zusammenhang mit der Geschichte der Hugenotten im 18. Jahrhundert steht, zu Ende zu führen. Daneben engagiert er sich in der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts und im Verein der Freunde der Staatsbibliothek Berlin.
Privat ist Prof. Fontius seit 1960 verheiratet, drei Kinder und bereits drei Enkelkinder prägen sein persönliches Erleben, ebenso die klassische Musik, die Arbeiten auf dem Grundstück und Reisen, die den europazentrierten Philologen auch über den eigenen Kontinent führten.