MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. rer. nat. Konrad Bach
Ein Physiker, der auch Posaune spielt
Physiker
Am Kreyenberge 8
99090 Erfurt OT Tiefthal
Fon: 036201 / 86241
„Wir waren zu DDR-Zeiten keine Verlierer, das hat sich bis heute ausgezahlt.“ Der das über seinen früheren Betrieb Mikroelektronik Erfurt (ehemals Funkwerk) sagt, heißt Konrad Bach. Der promovierte Physiker, seit 1973 glücklich verheiratet mit seiner Frau Bärbel (promovierte Fachärztin für Allgemeinmedizin), hat vor und auch nach der Wende ein ganzes Stück Firmengeschichte mitgeschrieben. Als Gruppen- und Abteilungsleiter stand er bis zum Eintritt in die Rente stets in Verantwortung und hat verschiedene Umstrukturierungen, verbunden mit unterschiedlichen Betriebsnamen, miterlebt. Dr. rer. nat. Konrad Bach ist Vater von zwei Töchtern (Christiane, geboren 1974, Hautärztin; Heidemarie, geboren 1976, Heilpädagogin) und stolzer Großvater von sechs Enkelkindern. Im Jahr 1950 in Kaltensundheim/Rhön im heutigen Kreis Meiningen zur Welt gekommen, wurde Konrad Bach 1957 eingeschult. Er machte Abitur mit Berufsausbildung zum Mechaniker. Nach zwölf Jahren Schulbesuch hatte der Thüringer damit 1969 sein Reifezeugnis und einen Facharbeiterbrief in der Tasche. Der Weg für ein Physik-Studium, das er 1969-1973 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena absolvierte, war frei. 1973-1977 schloss sich eine Assistenz an der Uni an, ein Jahr später promovierte der Diplom-Physiker. Konrad Bach sah seine berufliche Zukunft in der Industrie. Er fasste Fuß im Funkwerk Erfurt (später VEB Mikroelektronik „Karl Marx“), anfangs als Entwicklungsingenieur in der Verfahrensentwicklung. Als die Wende kam, weilte Konrad Bach dienstlich gerade im sowjetischen Woronesh. Sein Betrieb hatte offenbar einen Gönner bei der Treuhandgesellschaft, die aus dem großen Werk etwa zehn private Firmen entstehen ließ. Konrad Bach kam in einen modernen Bereich, der Chips herstellte. Bei den Investoren handelte es sich um Amerikaner und Briten, denen die Erfurter Mitarbeiter technisch auf Augenhöhe begegnen konnten. „Wir wurden als gleichwertige Partner behandelt“, erinnert sich Konrad Bach. Das sei gut für das Selbstbewusstsein gewesen und Englisch habe er als Leiter verschiedener Gruppen außerdem gelernt. Mit 64 Jahren hat sich der Physiker aus dem Berufsleben nach und nach zurückgezogen. Doch bis heute gibt er in Schulungen sein Fachwissen und seine langjährigen Erfahrungen an Ingenieure weiter. Das Unternehmen X-FAB ist heute weltweit aufgestellt - von den USA über Deutschland (Erfurt und Dresden) bis Malaysia und Frankreich. Auch deshalb sei es für Konrad Bach als Dienstreisender nach der Wende „richtig spannend“ geworden. Heute findet der Wissenschaftler Entspannung als Hobby-Posaunist und beim Holzschnitzen. Er sieht sich als Heimwerker und liest auch gern. Konrad Bach, der mit seiner Frau im Erfurter Ortsteil Tiefthal wohnt, singt im Verein Liedertafel mit, ist dort 2. Vorstand und Vorsitzender des Fördervereins Tiefthal. Zusammen mit seiner Frau, die sich ehrenamtlich im Gemeindekirchenrat engagiert, will er noch lange gesund bleiben, um Wanderungen und Radtouren sowie noch einige schöne Reisen unternehmen zu können. Konrad Bach sieht seine persönliche Stärke darin, stets Optimist zu sein. Er ist stolz auf seine Lebensleistung und den Zusammenhalt in der Familie. Das alles zusammen nennt er Glück. Für ihn ist das Glas immer halbvoll.