MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter Baase
„Ich mach‘ dann lieber meine Arbeit“
Bauingenieur
Schulze-Boysen-Str. 12
04317 Leipzig
Fon: 0341 / 2254492
Günter Baase, geboren 1950 in Leipzig, ist ein praktisch denkender Mensch. Wenn es in DDR-Zeiten zu politisch dominierten Diskussionen kam, Ideologie wirtschaftliche und technische Belange überlagerte, ging er lieber an seine Arbeit.
Der Sohn eines Kriminalbeamten hatte zehn Jahre die 29. Polytechnische Oberschule (POS) „John Schehr“ in seiner Heimatstadt Leipzig besucht, dann eine zweijährige Lehre als Betonbauer beim Bau- und Montagekombinat (BMK) Süd absolviert. Nach ersten Zeiten im Beruf verpflichtete ihn die Armee zum anderthalbjährigen Grundwehrdienst. Zurück im Zivilleben ermöglichte ihm das BMK die Aufnahme eines Studiums. An der Fachschule in Leipzig-Connewitz wurde er in drei Jahren zum Hochbauingenieur ausgebildet. Beim BMK Süd arbeitete er danach in der Investvorbereitung (Kalkulation, Planung, Baustelleneinrichtung) für Bauvorhaben im Norden von Leipzig. 1985, seine Ehe (Heirat 1979, eine Tochter Anja) war gerade geschieden, wurde die Erdgas-Trasse, gebaut für die Lieferung von Erdgas aus der Sowjetunion, zur neuen Herausforderung (und zur Chance, gutes Geld zu verdienen). Sein Einsatzgebiet lag in der Ukraine / Ural, bis 1990 war er hier als Ingenieur für Technik (IfT) tätig. 1990 kehrte er in die Noch-DDR zurück, wurde in Leipzig gekündigt und am nächsten Tag in Halle (Saale) wieder eingestellt. 1992 erhielt seine Firma den Auftrag, im Zuge der Rückführung der sowjetischen Truppen aus dem Gebiet der DDR nach Russland, in Samara an der Wolga von der Bundesrepublik finanzierte Wohnungen für die ehemaligen Sowjet-Soldaten zu bauen. So kehrte Günter Baase als Projektleiter wieder in den europäischen Osten zurück, wurde die russische Millionenstadt Ort seines engagierten Wirkens. Später folgten Einsätze in Deutschland. Acht Jahre arbeitete Günter Baase für die renommierte Walter Bau AG, die 2005 in Insolvenz ging, als ihr die Banken die Kreditlinie abwürgten. Doch da war er gesundheitsbedingt schon in den Vorruhestand (Erwerbsunfähigkeitsrente) gewechselt. Wenn er nicht krank geworden wäre, würde er wohl noch heute in Russland als Bauleiter unterwegs sein, denkt er heute, aber wie er zu sagen pflegte, „das ist für den Weltfrieden nicht entscheidend.“
In seiner Jugend hatte Günter Baase aktiv Fußball gespielt, erst in der Juniorenmannschaft des 1. FC Lokomotive Leipzig, dann in der Bezirksklassemannschaft von Motor Stötteritz (heute SSV Stötteritz e. V.). Mit seinen Fußballfreunden hält er bis heute Kontakt.