MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Berndt Baczkiewicz
Irrungen und Wirrungen des Lebens
Facharbeiter für Wasserbautechnik i. R.
01796 Pirna
Berndt Baczkiewicz, 1949 im sächsischen Riesa geboren, wuchs mit zwei Geschwistern auf. Die Mutter war Hausfrau, der Vater musste in den Krieg, fing später im Stahlwerk an.
Ende der 1950er Jahre besuchte die Familie Verwandte in Bayern. Dort wollte sie bleiben, fand jedoch keine geeignete Wohnung. Deshalb fuhr sie wieder nach Hause. Ein paar Jahre danach machte die DDR bekanntlich die innerdeutsche Grenze dicht. Der Traum von der Flucht platzte. Erst nach der Wende konnte die Familie wieder in den Westen Deutschlands fahren.
Berndt Baczkiewicz wollte nach Beendigung der 8. Klasse Geld verdienen. Aber er war zu gut, so dass er doch noch länger die Schulbank drücken musste. „Da konnte ich auch eine Berufsausbildung absolvieren. Ich nutzte diese Chance und lernte Maurer. In der 9. Klasse hatte ich aber keine Lust mehr und verließ die Schule“, erzählt Berndt Baczkiewicz.
1964 begann er in Kleinmachnow bei Berlin eine Lehre zum Wasserbautechniker, fing 1967 beim Wasserstraßenamt in Dresden an. Nach dreijähriger Armeezeit, in der er Panzer fuhr, arbeitete der Sachse ab 1971 wieder in seinem alten Beruf, bildete sich zum Bootsführer und Maschinisten weiter. Das Jahr 1986 sollte sein weiteres Leben verändern. „Ich lernte eine Frau in Brandenburg kennen, ließ mich scheiden und heiratete wieder. Aber die neue Ehe ging in die Brüche. Deshalb wollte ich vom Brandenburger Wasserstraßenamt zurück zu meinem alten Betrieb. Weil das nicht klappte, arbeitete ich dann beim Kundendienst für Rundfunk- und Fernsehtechnik (RFT), der ein paar Jahre später von einer Firma aus den alten Bundesländern übernommen wurde“, erinnert sich Berndt Baczkiewicz. Nach vier Jahren Beschäftigungslosigkeit machte er sich selbstständig, erstellte Werbetafeln für verschiedene Firmen und verkaufte Weine.
Dann wurde er wieder arbeitslos, beschäftigte sich in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) mit Computern, dem Anlegen von Wanderwegen und dem Ausbau eines Bauernhofes. 2009 ging Berndt Baczkiewicz vorzeitig in Rente.
Ausdauer und Geduld gehören zu seinen Stärken. Ein „Geht nicht!“ gibt es bei ihm nicht. Hinter dem Rücken schlecht über andere Leute reden, macht ihn wütend. 14 Jahre lang brachte er seinen Garten auf Vordermann, erledigt Elektro- und Holzarbeiten. Übrigens: Seine erste Ehefrau Helga heiratete er 1999 zum zweiten Mal. Es war seine dritte Hochzeit…