MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erhard Backhaus-Dittmer
„Wir geben nicht auf, wir fangen immer wieder an!“
Diplompädagoge
Studienrat a. D.
Taylorstr. 10
14195 Berlin
Fon: 030 / 34540377
Eine weiträumige Wohnung, geschmackvoll eingerichtet, ist das Domizil von Herrn Backhaus-Dittmer. Seine Augen leuchten, wenn er von seiner Lehrtätigkeit an der Fachschule für Erzieher erzählt.
Kurz nach Kriegsende wurde er am 30. Mai 1945 in Helmstedt geboren. Nach bestandenem Abitur ging er 1967 nach Berlin, um Philosophie, Germanistik und Sport zu studieren. Dann kam endlich die Pädagogik an die Reihe! Da war er mit ganzem Herzen dabei, denn er wollte immer etwas bewirken, Kontakt zu Menschen haben, anderen etwas mitgeben. 1972 schloss er sein Studium mit dem Diplom ab.
Die Studentenbewegung zog ihn stark an. Während dieser Zeit hielt er in Kreuzberg Seminare mit arbeitslosen Jugendlichen und richtete ein Medienzentrum ein. Die Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde sein Schwerpunkt, so dass er an der Erzieherfachschule schließlich vollzeitlich Pädagogik und Medienpädagogik unterrichtete. Besonders reizte ihn die Filmarbeit, die er eine Zeit lang freiberuflich ausübte. Aus familiären Gründen kam er jedoch wieder an die Erzieherfachschule zurück, wo er bis zu seinem Ruhestand 2010 als Dozent arbeitete. Immer an der Entwicklung anderer Menschen interessiert gab er den Studierenden die Chance, sich auf verschiedenen Gebieten wie in Theater- oder Fotoprojekten auszuprobieren. Dabei kamen ihm seine Stärken des Zuhörenkönnens, Vermittelns und sein Ideenreichtum zugute. Er ist dankbar für sein erfülltes Leben und schätzt besonders die Augenblicke gelungener zwischenmenschlicher Kontakte. Auch in Schwierigkeiten heißt sein Leitspruch: „Wir geben nicht auf, wir fangen immer wieder an.“ Vorbild ist ihm dabei der Pädagoge Janusz Korzcak, dessen aufopfernder Lebensweg ihn sehr bewegt hat.
Gerechtigkeit, genug zu essen für alle und die Verhinderung von Krieg sind Träume, für die er sich nach seinen Möglichkeiten einsetzt. Dabei macht ihn die Stagnation, die er oft in der Politik erlebt, zornig. Er schätzt kluge Menschen, auf die man sich verlassen kann. Dazu zählt zuerst seine Frau Cornelia, die ihm seit 1981 treu und tatkräftig zur Seite steht. Aus der Ehe sind zwei Söhne und zwei Enkel hervorgegangen.
Die Lektüre von Belletristik, philosophischen und religiösen Werken regte ihn selbst zum Schreiben an, und er wünscht sich oft, ein begabter Schriftseller oder Sänger zu sein. Kultur und Natur seiner Region kostet er durch Theaterbesuche und Radfahren aus.