MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ruth Bahms

Einer für alle - alle für einen

Alt Nowawes 59 14482 Potsdam Fon: 0331 / 742029

1937 im heutigen Polen geboren, war Ruht Bahms erst 10 Jahre alt, als sie mit Mutter, Oma, Opa und einem Bruder im Viehwagen die Flucht antreten musste. Glück im Unglück: Die Schwester des Vaters wohnte in Berlin, holte die kleine Familie nach Babelsberg. Dort wurde Ruth Bahms eingeschult, beendete die 8. Klasse und lernte dann 3 Jahre lang den Beruf einer Herrenmaßschneiderin. 45 Mark Lehrgeld waren nicht viel, aber pro Jahr gab es weitere fünf Mark und außerdem war es ihr Wunschberuf und das war schon viel wert, wie sie damals fand. Sie blieb zwei Jahre im Lehrbetrieb angestellt, lernte dann beim Tanz ihren späteren Mann Karl-Heinz kennen, heiratete ihn 1958. Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor. Aus allen ist was geworden, freut sie sich heute. Gabriele (geb. 1958) betreibt mit ihrem Mann eine Autowerkstatt, Andreas (geb. 19959) ist Heizungsmonteur, Fred (geb. 1960) arbeitete in Führungsfunktion bei der Telekom, Uwe (geb. 1962) ist selbstständiger Autoschlosser und Jörg (geb. 1964) macht gerade seine Elektriker-Meister. Dass die Kinder so gut im Leben stehen, verdanken sie ihrer Mutter, die in den Jahren der Erziehung zu Hause blieb und in Heimarbeit noch nähte, um den Familienetat aufzubessern. Das alles wäre wohl im Zeitalter des Windelwaschens mit der Hand nicht möglich gewesen, ohne die tatkräftige Unterstützung, die sie von ihrer Mutter und von ihrer Oma erhielt. Eine Zusammenhalt, der sich bewährt hat. Ruth Bahms gab erhaltene Zuwendung und Hilfe zurück an die Mutter, als diese durch ihre Krebserkrankung darauf angewiesen war. Den Tod der Mutter im gleichen Jahr des Todes des Mannes (1990) hat sie nur schwer verkraftet. Die Kinder waren es, die nun für sie da waren, so wie sie einst für diese da gewesen ist. „Und trotzdem“, so sagt sie, „überlegt man heute, wie man das alles überstanden hat“. Sicher waren diese schweren Schicksalsschläge auch mit der Auslöser für ihre eigenen schweren Erkrankungen. Bis dahin nie krank, rebellierte der Körper förmlich, erkrankte sie so schwer, dass sie in den Beelitzer Heilstätten durch Rehabilitation wieder fit gemacht werden musste eigenständig ihr Leben zu führen. Heute kann sie wieder ihren kleinen Garten mit dem hübschen Häuschen genießen. Und wenn es andere in die Ferne zieht, sie braucht das nicht, sie hat ihr zu Hause und ihre Lieben.
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