MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Flammiger
„Man lernt, indem man lehrt.“ (Lucius Annaeus Seneca)
Oberstufenlehrer, Fachschuldozent, Studiendirektor
Grundstr. 19
04741 Roßwein
Als Einzelkind und Sohn eines kaufmännischen Angestellten und einer Raumpflegerin kam Dieter Flammiger 1934 in Grunau / Sachsen zur Welt. Die Kindheit erlebte er behütet, wenngleich er einige Jahre ohne Vater aufwachsen musste. Als Wehrmachtssoldat verwundet und in Gefangenschaft geraten, kehrte der Vater erst 1946 wieder aus dem Krieg zurück. Dieter Flammiger besuchte die Schule und hegte schon damals zeitig den Wunsch Lehrer zu werden. So besuchte er im Anschluss an die 4. Klasse das Gymnasium und legte 1952 das Abitur ab. Am Slawischen Institut Leipzig studierte der junge Mann Slawistik. Nach erfolgreichem Abschluss wollte die Studienlenkung ihn in MVP einsetzen, doch Dieter Flammiger konnte dieses Ansinnen durch die Eheschließung 1954 mit seiner Frau Rita (geb. Einenkel; Strickerin, Sachbearbeiterin) abwenden. Drei Jahre später wurde Sohn Ralf geboren (Logistiker). Der Vater sorgte bis 1991 für den Enkelsohn Renè. Der Einsatz im Schuldienst erfolgte für Dieter Flammiger nun in der Geschwister-Scholl-Schule Roßwein, wo er Russisch und später auch Englisch lehrte. Eine Referendarzeit gab es damals nicht, „es hieß, friss Vogel oder stirb,“ berichtet er davon von erster Minute an seinen Aufgaben gerecht geworden zu sein. An drei Tagen pro Woche unterrichtete er zudem an der Ingenieurschule Roßwein das Fach Russisch. Eine gute Zeit, das Gehalt zusätzlich aufzubessern und für die junge Familie einsetzen zu können. Ein Jahr war der Lehrer auch an der erweiterten Oberschule Julius-Fucik in Waldheim eingesetzt. Darüber hinaus arbeitete er als Inspektor und Leiter des Inspektorenkollektivs beim Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen des MHF für die Fachschulausbildung in Russisch in der DDR und trug Verantwortung für die Aus-und Weiterbildung von Russisch- und Englischlehrern im DDR-Schuldienst. Mit Beginn der politischen Wende in der DDR musste er, wie alle anderen Lehrkräfte auch, Auskunft geben zu eventueller Staatsnähe, zu seiner Arbeit und seiner politischen Einstellung. Viele mussten damals gehen, andere hatten Erfolg mit der geforderten Neubewerbung. Dieter Flammiger bekam keine Probleme. Er blieb im Lehrerdienst und in seiner Schule bis zum Renteneintritt. Dieter Flammiger sagt, er würde auch heute wieder Lehrer werden, denn die Arbeit mit den Menschen empfand er als besonders bereichernd. Lange ließ ihn sein Beruf deshalb auch nicht los, so dass er selbst als Rentner bis in das Jahr 2018 hinein noch Nachhilfeunterricht für Oberschüler gab. Als Vorbild für sein eigenes Leben benennt er seinen Vater, den er als sehr gradlinig und zielorientiert beschreibt. Jetzt ruht er sich von seinem arbeitsreichen Leben aus. Im Jahr 2010 nahm der Tod, nach langer, schwerer Krankheit, seine Frau Rita von seiner Seite. „Recht lange gesund bleiben, um vor allem den Enkel noch weiter heranwachsen zu sehen,“ ist der Wunsch den Dieter Flammiger sich für sich selbst als noch einzig vorhandenen benennt.