MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ursula Fischer
Immer mit Freude an die Arbeit
Kindergärtnerin
Verkäuferin
Ernst-Thälmann-Str. 14
09328 Lunzenau
Als Ursula Schönherr wurde sie 1931 in Göritzhain, Mittelsachsen, geboren. Mit fünf Geschwistern wuchs sie auf. Im Heimatort besuchte sie die Schule von 1937 bis 1945. Die Mutter kümmerte sich vielfach um Flüchtlinge, die damals aus den Ostgebieten nach Sachsen kamen. Als die junge Ursula diese zum Bahnhof in Cossen bringen musste, entdeckte sie auf dem Rückweg ein herrenloses Päckchen mit wunderbarem Stoff. So kam sie zu ihrem festlichen Konfirmationskleid. Doch dann ging es ins Pflichtjahr beim Bauern, wo sie schwere Arbeit erwartete. Ein weiteres Jahr führte sie zu einer Bäckerei in Lunzenau, doch das frühe Aufstehen behagte ihr gar nicht. Da fasste sie Mut und sprach die Kindergartenleiterin an. Bald war sie im Kindergarten in Taura tätig, konnte dann in einjähriger Kurzausbildung an der Kindergärtnerinnenschule in Chemnitz die Voraussetzungen schaffen, um voll in diesen Beruf einzusteigen. Eine neue Einrichtung in Kolkau forderte zuerst ihr Können, denn sie war die einzige Fachkraft und in jenen Jahren waren die Besorgungen in der Stadt Rochlitz noch zu Fuß und mit Handwagen zu erledigen. Beim Wechsel in den Sternkindergarten nach Rochlitz gab es nun einen kleinen Kreis von Kolleginnen, die 1954 die Flutkatastrophe an der Mulde zu bewältigen hatten. Im selben Jahr heiratete sie mit Dieter Fischer den Mann fürs Leben, er wirkte 35 Jahre vor allem als Hygieneinspektor. Nun beschäftigten sie die eigenen Kinder, Holger (1955 geboren) und Ulrike (1963). Ihr Heim fanden sie für die ersten vier Jahre ihrer Ehe in Göritzhain bei den Eltern in der Dachkammer. Ursula Fischer arbeitete kurz im Göritzhainer Kindergarten, musste sich dann um die kranke Mutter kümmern, begann als Aushilfe bei der Deutschen Post und später bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO) im Stoffladen. Was als vorübergehend gedacht war, wurde zum langjährigen Fixpunkt. 35 Jahre war sie, wegen der Kinder immer halbtags, für die Kunden der HO tätig, zeitweise im Schuhladen, dann bis zum Vorruhestand im Lebensmittelbereich. Mit sechzig Jahren wagte sie sich erfolgreich an die Führerscheinprüfung. Mit ihrem Mann, dessen Gesundheit heute große Sorgen bereitet, freute sie sich an vier Enkeln. Früher waren beide im Deutschen Roten Kreuz aktiv, heute engagiert sich Ursula Fischer im Heimat- und Kulturverein Lunzenau und Umgebung e. V.