MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus und Margitta Fischer
Singen und Fahren
Verkehrsingenieur
01069 Dresden
Die Dresdner Bombennacht (13. Februar 1945) legte sich aufs Gemüt und auf die Stimmbänder des jungen Klaus Fischer. Der Schulbesuch des 1939 in der Elbestadt zur Welt Gekommenen wurde durch Sanatoriumsaufenthalt in Bad Salzungen unterbrochen. Die durch den Rauch geschädigte Stimme konnte jedoch wieder hergestellt werden, später wurde das Singen im Chor zu einer seiner Leidenschaften. Von September 1949 bis Mai 1950 war er Sänger im Dresdner Kreuzchor, musste jedoch seine dortige Entwicklung wegen einer Lungenentzündung aufgeben. In der Jugend trieb er vor allem Sport (Fußball, Leichtathletik, für Volleyball besitzt er die Anerkennung als Übungsleiter). Die im Herbst 1953, nach dem Abschluss der 8. Klasse, begonnene Maurerlehre brach er ab, nachdem ihn im Dezember ein Arbeitsunfall auf der Baustelle ereilte. Danach begann er eine Ausbildung als karthographischer Zeichner, doch ständig im Sitzen zu arbeiten, ging auch nicht. Die im September 1954 begonnene Lehre zum Kunst- und Bauglaser in einer Werkstatt in Dresden-Blasewitz konnte er jedoch 1957 erfolgreich beenden, spezialisiert auf Bleiverglasungen für Kirchen oder Museen. Doch seit 1956 sang er im Chor der Dresdner Verkehrsbetriebe, bei denen er 1960 einstieg, als Schaffner begann, sich zum Straßenbahnfahrer qualifizierte, der 1967 die ersten Tatra-Straßenbahnen in der DDR fuhr, 1968 die Einweihungsfahrt der Linie 7 Dresden-Weixdorf übernahm. Nach Ingenieurstudium und interner Fortbildung zum Oberverkehrsmeister wurde Klaus Fischer 1972 Dienststellenleiter (später Betriebshofleiter) im Straßenbahnhof Dresden-Wölfnitz, war bis zum Vorruhestand 1995 für 300 Mitarbeiter verantwortlich.
Das Singen begleitete ihn durch viele Jahre bis heute. Von 1964 bis 1969 wirkte er an den Aufführungen der Arbeiteroper im Sachsenwerk Niedersedlitz bei Opern von Smetana und Cherubini mit (stimmlich angeleitet durch die Kammersänger Theo Adam und Peter Schreier), dann wieder im Chor der Straßenbahner. Nach berufsbedingter Unterbrechung engagiert er sich seit 1989 im renommierten Sächsischen Bergsteigerchor „Kurt Schlosser“, zusätzlich seit 2003 im Heidenauer Singekreis.
Vier Kinder aus den ersten beiden Ehen, inzwischen drei Enkel gehören zu seiner Familie und seit 2010 seine Frau Margitta, Verkehrsingenieurin und als Lehrmeisterin bei der Eisenbahn tätig sowie im Dresdner Polizeichor künstlerisch aktiv. Gemeinsam organisieren sie Chorreisen ins europäische Ausland und fühlen sich verpflichtet in jeder Stadt, die da Straßenbahnen hat, mindestens eine Fahrt zu unternehmen.