MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter und Christine Fischer
Als der Lungwitzbach anschwoll
Selbständiger Handwerker i. R.
Handelskauffrau
09353 Oberlungwitz
Die Flut von 2002 hatte auch das Heim von Peter und Christine Fischer getroffen, zwar ist längst alles wieder in bester Ordnung, das meiste eigener Handwerkerhände Arbeit, doch der Schock wirkt tief.
Peter Fischer, geboren 1942 in Chemnitz, begann nach der 8. Klasse eine Lehre zum Dachdecker (wie sein Vater), beendete diese jedoch nicht, ging 1959 zur Tante nach Bad König im Odenwald, wurde dort vorzeitig für volljährig erklärt, arbeitete als Dreher in einer Panzerwerkstatt der US-Armee. 1961 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, die für einige Jahre in Karl-Marx-Stadt umbenannt worden war, heiratete hier. Er arbeitete wieder als Dachdecker, sattelte dann auf Maler um und fand als Lackierer für Rohre und Regalsysteme beim VEB Lagertechnik für viele Jahre befriedigende Aufgaben. Die Firma konnte sich nicht halten, als 1990 die Marktwirtschaft wieder einzog. Peter Fischer, kurzzeitig arbeitslos, besorgte sich einen Gewerbeschein, konnte als eigener Chef ohne Angestellte bis zur Rente 2007 als Fußbodenleger sowie im Trockenbau von regelmäßigen Aufträgen leben, wirkte für das Krankenhaus in Annaberg-Buchholz, war in vielen Einfamilienhäusern an der Arbeit, nur die Pleite des Bauherrn einer Chemnitzer Villa ging fast an die Substanz.
Christine Fischer kam 1943 ebenfalls in Chemnitz zur Welt. Nach der 8. Klasse absolvierte sie eine Lehre als Handelskaufmann, arbeitete erst bei einer Pharmazie-Firma, dann für die städtische Energieversorgung, nach der Wende für den Energieversorger Envia. Bis zum Vorruhestand blieb sie hier im Büro tätig.
1986 haben Peter und Christine Fischer geheiratet, aus erster Ehe stammen seine sechs Kinder, sie brachte drei zur Welt. Freude haben sie an den vier Enkelkindern.
Glücklich ist das Ehepaar in seinem heutigen Zuhause in Oberlungwitz, wo auch ihre drei Kinder leben, ein Haus, das sie kauften, als ein Neueigentümer sie aus ihrer Chemnitzer Wohnung trieb. Im Mai gekauft, zu Weihnachten eingezogen, dazwischen lagen Monate voller Arbeit, in denen Heizung, Elektrik, Fußboden auf modernen Standard gebracht werden mussten. Sie fühlen sich hier glücklicher, er in seiner Drechslerwerkstatt, sie im Garten, als einst in der großen Stadt. Solange nicht der Lungwitzbach anschwillt…