MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Joachim und Ingrid Fiedler

„Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.“ (Mahatma Gandhi)

Hans-Joachim und Ingrid Fiedler

Berufssoldat, Angestellter
Hochbauzeichner, Ing. für Hochbau
Richard-Hermig-Str. 15
04687 Trebsen OT Neichen

Hans-Joachim Fiedler, Sohn einer Drogistin und eines Berufskraftfahrers / Volkspolizisten, 1949 geboren, wuchs bis zur Schuleinführung vorwiegend bei den Großeltern auf weil die Eltern beruflich sehr eingespannt waren. Für den Jungen eine spannende Zeit auf großem Grundstück und mit Bezug zu Autos und Technik. 1955–1967 absolvierte er eine damals mögliche Sonderausbildung: Schule mit Berufsausbildung und hielt nach Beendigung nicht nur das 10-Klassen-Zeugnis sondern auch den Facharbeiterbrief als Werkzeugmacher in den Händen. Nach zwei Jahren Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb VEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig gab er einer Werbung zum Dienst in der Nationalen Volksarmee nach. Er besuchte die Offiziershochschule der Landstreitkräfte, schloss als Hochschul-Ingenieur-Ökonom mit dem Dienstgrad Leutnant ab. Die Folgen eines schweren Verkehrsunfalls führten zur Versetzung in den administrativen Dienst. Nach zwei Dienstjahren wurde er aus gesundheitlichen Gründen ganz ausgemustert. Im zivilen Staatsapparat wollte er nicht arbeiten, entschied sich als Zivilbeschäftigter im Militärbezirk Leipzig in der Abteilung Pionierwesen, mit Verantwortung für die Ausbildungsanlagen, tätig zu werden. Hier lernte er seine Frau Ingrid (geb. 1947, Hochbauzeichnerin, Ing. für Hochbau) kennen und lieben. 1975 wurde geheiratet. Die Kinder Ramona (geb. 1976, Dipl.-Ing. Ökologie und Umweltschutz, 2 Kinder) und Andreas (geb. 1979, Sportgymnasium-Absolvent, Triathlet, Werbe- und Lichtreklame-Hersteller, Fahrrad-Vertrieb, 2 Kinder) bereicherten bald die Familie. Die politische Wende in der DDR brachte enorme Veränderungen. „Der Staat war untergegangen, die Gesellschaftsordnung war untergegangen und plötzlich waren dort Bundeswehroffiziere, die über uns befinden sollten....“ beschreibt Hans-Joachim die einschneidenden Ereignisse der damaligen Zeit. Wenn auch in vielen Fragen kritisch zur DDR-Politik stehend, war er nach wie vor sozialistisch geprägt. Unter einer anderen Fahne zu arbeiten kam für ihn nicht in Frage. Er kündigte und folgte seiner Frau, die nach der Wende in der Vertragsabteilung im Staatshochbauamt Leipzig neue Herausforderung gefunden hatte. Dort nahm er nun ebenfalls die Arbeit auf. Eine große Umstellung mit Notwendigkeit umfangreicher Wissenserweiterung und Sprungbrett für den späteren Wechsel als Bauleiter (Projektsteuerung) in eine Leipziger Wohnungsverwaltung. Nachdem die Firma 80 % ihrer Angestellten entlassen musste, fiel auch sein Arbeitsplatz dem zum Opfer. Er probierte sich im Vertrieb aus, fand hier keine Erfüllung. Letztendlich wurde er wieder im Bauwesen tätig (Fertighaus-Firma) – eine hochinteressante Arbeit die er mehrere Jahre ausübte. Die Rezession in Deutschland führte zur Firmenschließung und drei Jahren Arbeitslosigkeit für Hans-Joachim Fiedler. Mit 52 Jahren schwer vermittelbar, durchlief er eine betriebswirtschaftliche Weiterbildungsmaßnahme, bewarb sich unaufhörlich (über 400 Bewerbungen, oft unbeantwortet) – ohne Erfolg. „Mein Sport hat mir damals sehr geholfen, dass ich da nicht verzweifelt bin“ berichtet der aktive Langstreckenläufer. Die ganze Familie ist im Übrigen sportbegeistert. Mit der LG Leipzig-Grünau lief er 1992 beim NYC-Marathon. Die Familie hat gemeinsam an mehreren Rennsteigläufen teilgenommen. Seine Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit zahlte sich drei Jahre später aus. In einer Leipziger Wohnungsgenossenschaft wurde er als technischer Mitarbeiter eingestellt (Verantwortung für ca. 2000 Wohneinheiten), blieb hier bis zum Renteneintritt 2014 aktiv. Ehefrau Ingrid war da schon im Ruhestand. Dem Sport von Kindesbeinen an verbunden und im Breitensport groß geworden, sind auch ihr Zielorientierung, Leistungswille und –bereitschaft, Mut zu Veränderungen eigen. Aufgeben, hadern war für die Ehepartner deshalb nie eine Option in ihrem Leben voller grundsätzlicher Herausforderungen. Mit den Mitgliedern der Laufgruppe Grünau verbindet sie indessen nicht nur das sportliche Interesse sondern auch tiefgründige Freundschaft. Sport, Camping, Natur spielen eine große Rolle im Leben der Fiedlers, doch die größte spielen ihre Kinder und Enkel. Wenn nun die Welt noch friedlich wird und die Volksverdummung der Medien aufhört, wäre alles vollkommener.
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