MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Thea Findeisen
„Nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut“
Fachverkäuferin
Prophetenberg 38
04668 Grimma
Fon: 03437 / 916858
Die Melodien und Texte der Volkslieder gehören zum Schatz, den Thea Findeisen bis heute bewahrt hat und weiter pflegt. Der Kreis der Bekannten in ihrer geliebten Singegruppe ist zwar mit den Jahren kleiner geworden, doch noch immer treffen sie sich unermüdlich aller vierzehn Tage und üben für die Auftritte bei Herbstfesten oder Seniorennachmittagen in Altersheimen. Als Thea Findeisen kam sie schon 1929 in Grimma, ihrer Heimatstadt an der Mulde, zur Welt. Dieser ist sie treu geblieben, auch, als die Eltern Mitte der fünfziger Jahre den Osten Deutschlands verließen. In den Anfangsjahren (bis zum Mauerbau 1961) konnte sie die Eltern in Westdeutschland noch besuchen, dann war lange Jahre keine Möglichkeit mehr gegeben. Erst zu deren Tod konnte sie reisen, bei der Mutter noch zur Beerdigung, vorher beim Vater nur, als die Trauerfeier schon ein paar Tage vorbei war. Thea Findeisen wuchs mit einer jüngeren Schwester auf. Dank des elterlichen Ladens, der Vater war Fleischermeister, waren für die Familie die Hungerzeiten im Krieg und in den Nachkriegsjahren kaum von Bedeutung. Von 1935–1945 besuchte die junge Thea die örtliche Schule, wegen Bombenalarms fanden die Abschlussprüfungen im Keller des Schulgebäudes statt. In Grimma, von den Kriegseinwirkungen relativ wenig betroffen, fanden viele Ausgebombte aus Leipzig und anderen Städten, später auch Flüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien Aufnahme, die zu Mitschülern und Mitbürgern für Thea Findeisen werden sollten. Nach dem Krieg besuchte sie die Frauenschule in Leipzig, war danach bis zu ihrer Heirat im elterlichen Geschäft, vorwiegend schon im Verkauf, tätig. Dann setzte die Familiengründung (Hochzeit 1955, Geburt des Sohnes Jörg 1956) eine deutliche Zäsur. Wegen ihres Mannes ging sie nun nicht mit den Eltern in den Westen, wegen des Sohnes blieb sie fünf Jahre zu Hause. Dann fand sie wieder eine Stelle als Verkäuferin in einer Fleischerei, der sie fast dreißig Jahre die Treue hielt, ehe sie mit sechzig Jahren 1989 planmäßig in Rente ging. Im Sonderlehrgang hatte sie zwischenzeitlich noch den Abschluss als Fachverkäuferin machen können. Ihr Mann Werner, den sie einst auf der Kegelbahn kennengelernt hatte, war als Lehrausbilder und Ingenieurpädagoge tätig. Er ist bereits im Jahr 2002 verstorben. Heute kümmert sich Sohn Jörg (gelernter Elektromontierer) liebevoll um seine Mutter. Allein könnte sie die Arbeiten im Garten gar nicht mehr schaffen, aber sie ist dort wie im Haushalt immer noch gern aktiv. Neben dem Singen spürt sie auch in einer kleinen Gymnastikgruppe die Freude am Leben.