MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Fischer
Sein Beruf war für ihn stets Berufung
Beamter i. R.
99310 Arnstadt
Das Fest der goldenen Hochzeit hat Klaus-Dieter Fischer aus Arnstadt mit seiner Frau Hannelore (gelernte Wirtschaftskauffrau) schon 2017 gefeiert. Der Thüringer Beamte im Ruhestand, seit 1967 glücklich verheiratet, hat mit seiner Frau vier Kinder und elf Enkel. Der älteste Sohn Stefan, geboren 1970 (am Geburtstag seiner Mutter übrigens), arbeitet wie einst sein Vater im Justizvollzug Arnstadt und ist beruflich ebenfalls ein „Quereinsteiger“. Sohn Jens, der 1971 zur Welt kam (genau am vierten Hochzeitstag seiner Eltern), ist Betreiber eines Imbisses in Arnstadt. Tochter Bianca ist Beamtin im höheren Dienst bei der Thüringer Polizei und Frank, der jüngste Spross, Jahrgang 1981, arbeitet als Computer-Experte. Zur Freude von Klaus-Dieter und Hannelore Fischer sind die Kinder in der Region geblieben. 1944 hat Klaus-Dieter Fischer in dem Haus, in dem er heute noch lebt, das Licht der Welt erblickt. Es war auch das Elternhaus seiner Mutter. Der Arnstädter ging zehn Jahre zur Schule in Frankenhain und Gräfenroda, wohin seine Eltern gezogen waren. In Tambach-Dietharz lernte er zweieinhalb Jahre Werkzeugmacher, arbeitete aber nur kurze Zeit im dortigen Schraubenwerk. Denn er wurde im Herbst 1964 zur Nationalen Volksarmee (NVA) eingezogen. Im Frühjahr 1966 kehrte der Thüringer zurück, blieb aber nicht mehr lange im Betrieb. Leute aus der Jugendstrafanstalt Ichtershausen warben ihn und stellten auch eine Wohnung in Aussicht. Am 1. September 1967 fing Klaus-Dieter Fischer, der kurz zuvor geheiratet hatte, dort an. In Lehrgängen hatte er sich Fachwissen erworben, um junge Strafgefangene betreuen zu können. Später absolvierte er in Radebeul ein Direktstudium (drei Jahre) zum Staatswissenschaftler. Bis 1989 arbeitete er als Vollzugsabteilungsleiter in der Anstalt Ichtershausen, die dem Ministerium des Inneren unterstellt war. Zuvor war er Gruppenerzieher mit dem Dienstgrad eines Leutnants, später Hauptmann. Bevor die Einrichtung in Ichtershausen 1991 aufgelöst wurde, hatte sich Klaus-Dieter Fischer aus eigenem Antrieb heraus 1990 bei der Untersuchungshaftanstalt in Erfurt beworben. Er wurde eingestellt und blieb anderthalb Jahre. Danach wechselte der Thüringer, inzwischen verbeamtet, ins Justizministerium Erfurt. Als Sachbearbeiter im Personal-Referat lernte er während seiner zweijährigen Büroarbeit „tolle Leute kennen“, wie Klaus-Dieter Fischer zurückblickt. Er kehrte aber wieder nach Ichtershausen zurück, seine „alte Wirkungsstätte“, die neueröffnet wurde. Als Abteilungsdienstleiter, dann als Vollzugsabteilungsleiter Sicherheit bzw. Aufnahme arbeitete er bei der Betreuung straffälliger Jugendlicher unter anderem mit Sozialarbeitern und Psychologen zusammen. Sein Beruf war für ihn Berufung – bis zur Pension 2009. Heute ist der ehemalige Vollzugsoberinspektor stolz auf das Erreichte und seine Familie. Er ist passionierter Angler und träumt von einer Schiffsreise mit den Hurtigruten an Norwegens Küste.