MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eriche Fischer
„Lebe gut, lache gut, mache deine Sache gut! (Joachim Riingelnatz)
und Ingrid Krug
Waldfrieden 2 a
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 66157
Erich Fischer, 1939 geboren, lernte nach Schulabschluss Maschinenbauschlosser und hatte die Absicht im Fach Maschinenbau ein Studium aufzunehmen. Doch 1961 war die Wehrpflicht eingeführt worden: Er wurde 1962 eingezogen. Zurückgekehrt in seinen Betrieb (MAW / Magdeburger Amaturenwerk) qualifizierte er sich erst zum Amaturenschlosser, später zum Werkmeister und wurde Vorarbeiter / Brigadeleiter. Mehrfach im sozialistischen Ausland (Sowjetunion und CSSR) eingesetzt und privat in den zwölf Jahren der ersten Ehe Aufgabenmäßig stark gefordert, wurden zwar alle Anforderungen gemeistert, doch der Wunsch auf Veränderung wuchs. Zwei Kinder blieben aus dieser Verbindung, ein drittes aus einer weiteren Beziehung. Seine heutige Frau lernte er während einer Kur kennen, blieb mit ihr über ein Jahr in Kontakt. Was mit dem Austausch von Back- und Kochrezepten begann, fand seinen Fortgang mit der Eheschließung im Jahr 2006. Das MAW verließ er nach einer Auseinandersetzung mit einem Vorgesetzten, ging als technischer Leiter (Schulung zum Techniker für die Instandhaltung der Tieranlage) in die Tierproduktion. Er erinnert sich noch an die Praxisumsetzung des Slogans „ Sozialismus ohne Beziehungen ist wie Kapitalismus ohne Geld“ und den notwendigen Einfallsreichtum um Materialien, Ersatzteile und anderes dringend benötigtes zu erlangen. Nach Renteneintritt wurde er noch stundenweise angefordert, leistete weiter wichtige Arbeit. Indessen Rentner engagiert sich der passionierte Angler (seit dem 7. Lebensjahr) im Angelverein und leitet diesen indessen als Vorsitzender. Er bedauert die schwindende Mitgliederzahl, bringt sich aber dennoch mit Enthusiasmus ein.
Ingrid Krug, als Tochter eines Agrar-Ingenieurs und einer Gärtnerin 1950 geboren, ließ sich von den Tätigkeiten der Eltern für die eigene Berufswahl inspirieren. Kälberzüchterin wollte sie werden und als das aus gesundheitlichen Gründen nicht ging, lernte sie nach Abschluss der 10. Klasse den Gärtner-Beruf. Sie arbeitete anschließend in der Gärtnerei Zeitz. In erster Ehe verheiratet und Wohnung suchend, war es gut für das junge Paar, dass Betriebe die Beschäftigungssuche mit Wohnraumangeboten koppelten. Der Hausrat passte in einen Kleintransporter Barkas, der Umzug nach Dessau gelang – wenn auch nicht wissend, was sie hier konkret erwarteten würde. Erst als Gärtnerin tätig, wurde sie nach Geburt von Tochter Konstanze (1975) Hausmeisterin in der Kinderkrippe und erfüllte ihre Aufgabe in dieser Männerdomäne so gut, dass sie über die Wende-Wirren hinaus bis 2011 an gleicher Arbeitsstätte, lediglich mit wechselnden Trägerschaften, beschäftigt blieb. Inaktiv wollte sie als „Jungrentnerin“ nicht sein und so engagiert sie sich seither ehrenamtlich in der Volkssolidarität. Hier gibt sie auch Kurse für Origami – eine Freizeitbeschäftigung die sie selbst sehr liebt. Auch Erich Fischer betätigt sich kreativ, er malt mit Leidenschaft und kümmert sich um den Garten. Gesund zu sein und mit dem zu leben was sie haben ist für die Eheleute Glück.