MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter und Brigitte Fischer
Zwischen Oderbruch, Schwarzatal und Zwickauer Mulde
Landwirt, Diplom-Ingenieurökonom
Handelskauffrau
Bahnhofstr. 72
09306 Rochlitz
Im brandenburgischen Neuhardenberg kam Brigitte Fischer (Jahrgang 1947) zur Welt. Damals war im dortigen Schloss die Schule untergebracht, die sie von 1954 bis 1962 absolvierte. Die Lehre in der Geflügelwirtschaft brach sie aus gesundheitlichen Gründen ab, arbeitete eine Zeitlang als Haushaltshilfe und in einer Gärtnerei, zuletzt als Serviererin in der Kantine der dortigen Fliegerstaffel. Den Rochlitzer Günter Fischer lernte sie einst beim Dorftanz kennen, denn er war damals im Oderbruch in der Landwirtschaft tätig. Als die Heirat geplant wurde, leistete er gerade seinen Pflichtwehrdienst in Thüringen. So fand die Hochzeit 1969 in Sitzendorf (Schwarzatal) statt. In Rochlitz erhielt Brigitte Fischer eine Stelle in der Inventurbrigade der Staatlichen Handelsorganisation (HO). Unterbrochen von den Geburten der beiden Kinder (Andrea 1970 und Thomas 1976) wirkte sie bei der Überprüfung der zur HO gehörenden Gaststätten und Ladengeschäfte im ganzen Kreis Rochlitz. Dazu konnte sie eine Qualifizierung Handelskaufmann abschließen. 1989 wechselte sie an die Kasse einer Kaufhalle, die nach dem Aus für die HO an private Investoren ging, zuletzt als Spar-Markt bekannt war. Als ihr Arbeitsplatz 1993 entfiel, fand sie bis zum Ruhestand im Jahr 2005 Aufgaben bei einer Reinigungsfirma.
Günter Fischer (geboren 1944 in Chemnitz) wuchs in Topfseifersdorf auf dem Anwesen der Großeltern auf. Dort war er weiter häufig zu Gast, auch als die Familie 1950 in die Stadt Rochlitz zog. Hier besuchte er die Muldenschule bis zum Abschluss der 10. Klasse. Seine berufliche und fachliche Ausbildung zum Landwirt erhielt er in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Chursdorf. Das anschließende Studium an der Fachschule für Landwirtschaft (Karl-Marx-Stadt / Rochlitz) endete mit der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Landwirt“. Dann warb man die Absolventen für den Einsatz im Norden der Republik. Unter primitiven Verhältnissen hatte er nun in LPGen des Oderbruchs Entwicklungshilfe zu leisten. Nach absolvierter Armeezeit kehrte er nach Rochlitz zurück, wurde, von der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) eingestellt, bald im Futtertrockenwerk Döhlen, vor allem in der Erntetransportbrigade, eingesetzt. Den Besuch der LPG-Hochschule in Meißen beendete er 1974 als Diplom-Ingenieurökonom. Eine Zeitlang agierte er als Leiter der BHG, widmete sich dann wieder dem Trockenwerk und dessen Bauvorhaben. Mit dem Ende der DDR-Strukturen wurde er zum Liquidator des Unternehmens, konnte aber mit reduziertem Umfang die Anlage bis zum Ruhestand 2005 weiterbetreiben. Heute wirkt er vor allem im Garten und freut sich mit seiner Frau an den beiden Enkeln.