MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Adolf und Ingrid Finck

Impossante Karriere im Stahlbau

Adolf und Ingrid Finck

Stahlbauschlosser / Industriemeister
Lerchenweg 21

99089 Erfurt

Adolf Finck wurde 1934 im Absteinen bei Tilsit geboren und wuchs bis zum Räumungsbefehl durch die Wehrmacht 1944 in Ostpreußen auf. Innerhalb von fünf Stunden musste die Familie damals aus ihrer Heimat fliehen und kam bis zum Kriegsende im erzgebirgischen Schneeberg unter. Nachdem das dortige Heim von Bomben getroffen worden war, wurde das thüringische Schwerstedt zum neuen Zuhause von Adolf Finck und seinen Eltern. 1949 beendete er mit dem Abschluss der 8.Klasse seine Schulzeit. „Ich wäre gern Tischler geworden“, sagt er heute. „Aber das war zur damaligen Zeit leider nicht möglich.“ Nach einem praktischen Jahr als Landwirtschaftsknecht, lernte Adolf Finck von 1950–1952 im Thüringer Stahlbau und konnte aufgrund sehr guter Leistungen seine Lehre als Stahlbauschlosser vorzeitig abschließen. Danach wurde er bis 1957 als Waffenmeister zur Kasernierten Volkspolizei nach Mecklenburg verpflichtet. Im Anschluss daran ging er zurück in seinen ehemaligen Stahlbaulehrbetrieb nach Gispersleben und war für dieses Unternehmen zwei Jahre lang auf Montage, um Bergbauförderablagen zu installieren. Danach arbeitete er wieder in der Werksmontage des Stammbetriebes und kletterte die Karriereleiter vom Brigadier – nach fünfjähriger Zusatzausbildung – Stück für Stück zum Industriemeister des Schwermaschinenbaus nach oben. Später leitete er bis 1971 den großen Meisterbereich mit einer Verantwortung für circa 50 Mitarbeiter. Die folgenden 16 Jahre war Adolf Finck praktischer Ausbildungsleiter (mit pädagogischem Zusatzstudium) und jährlich für etwa 65 Lehrlinge, unter anderem vietnamesische und afrikanische, zuständig. Auch im gesellschaftlichen Rat des Kombinates engagierte er sich nach der Berufung des Generaldirektors als Betriebsvertreter und bekam so viele Einblicke in die firmeninterne Struktur. Auf sportlicher Ebene war Adolf Finck ehrenamtlicher Übungsleiter der BSG in den Bereichen Sportschießen und Turnen, bevor er 1988 aus gesundheitlichen Gründen berentet wurde. Im Jahr 1954 heiratete Adolf Finck seine Frau Ingrid (*1934, gelernte Bekleidungsfacharbeiterin). Ingrid Finck arbeitete im Versand eines Bekleidungswerkes und später bis 1988 im Lager des Kühlmöbelwerkes. Danach war sie bis 1991 in Heimarbeit für die Firma Plastina tätig und ging dann 55jährig in den Vorruhestand. Mit Karin, Volker und Kerstin gehören drei Kinder, 5 Enkel und 7 Urenkel zur Familie. „Das macht uns besonders stolz und glücklich“, ist sich das Ehepaar Finck einig. „Heute gehört neben den familiären Verpflichtungen vor allem lesen zu unseren Lieblingsbeschäftigungen“, erzählen die beiden weiter und verweisen auf ein riesiges Bücherregal in der Wohnstube. Im letzten Jahr feierten sie nach 60 Ehejahren Diamantene Hochzeit und blicken auf ein erfolgreiches, erfülltes und harmonisches Leben zurück.
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